Mittwoch, 6. Oktober 2010

"scheidung" als Zeitschrift?

Wieso gerade eine Zeitschrift mit dem Namen „Scheidung“?
Weil kein anderer Name so gut ausdrücken konnte, worum es dabei geht. Ja, natürlich geht es um Scheidung und Trennung. Aber das Wort kann auch ein wenig anders positioniert werden, wenn wir die verlorengegange Vorsilbe „Ent“ wieder dazuschustern. Schon ergibt sich ein viel dynamischerer und positiverer Zusammenhang. Denn „Ent-scheidung“ leitet sich von „das Schwert aus der Scheide ziehen“ ab. Also dem Moment, in dem man sich zwischen kämpfen und nicht kämpfen entscheiden muss.

Jetzt stellt sich aber gleich die nächste Frage: Ist denn eine Partnerschaft ein Schlachtfeld?
Nein natürlich nicht. Aber wer sich die Statistiken ansieht und mit Richtern, Rechtsanwälten, Rechtsberater und Paar- und Psychotherapeuten redet und dann noch die Nachrichten hört, wird es kaum verleugnen können, dass Liebe auch in kümmerlichem Dasein und Grausamkeiten enden kann. Nicht muss, aber eben kann. Da gibt es die verschiedensten Abstufungen von Verletzungen, aber vor allem auch Ratlosigkeit, Unsicherheit und Handlungsunfähigkeit. Erschwerend kommt noch der Mythos von der „Idealfamilie“ dazu, der genau dann zersetzend und schwächend zuschlägt, wenn wir Menschen seinem „Ruf“ nicht mehr folgen können und eigentlich Stärkung und Selbstversicherung bräuchten.Wenn ich es nicht selber erlebt hätte, wüsste ich nicht, wovon ich hier schreibe. Unabhängig wie „verstrickt“ und „verknotet“ eine Beziehung sein mag und wie es Kindern damit geht, es läuft alles auf einen Punkt zu:

Auf unsere Kommunikation. Wer sich auf jemanden „bezieht“, muss an dieser Beziehung arbeiten. Und er muss sich auch mit seinen eigenen Wünschen und Sehnsüchten beschäftigen und diese kundtun. Dafür müssen wir Entscheidungen treffen, was wir für uns selber wollen, für unseren Partner, unsere Kinder, für alle unsere Lieben. Jetzt steht ein ganzes Heft und die Internetseite www.ent-scheidung.at dafür zur Verfügung. Alle Menschen, die auf diesem Gebiet arbeiten, leben, leiden und für Verbesserungen kämpfen, werden darin für Sie im Laufe der Zeit zu Wort kommen.

Und ich? Ich freue mich, dass ich jetzt endlich wieder mal blogge, ich glaube ich war jetzt beinahe 2 Jahre abwesend. Aber nicht untätig :-)).....

Donnerstag, 25. Dezember 2008

"Brücken bauen"

"Am schwersten lernt man im Leben, welche Brücken man benutzen und welche man abbrechen soll".

Welch wahre Lebensweisheit fällt mir heute zufällig in die Hände. Und das so kurz vor Jahreswechsel. Ja, das passt. Und ist gleich ein günstiger Moment, um das Jahr 2008 Revue passieren zu lassen.

Geht es Ihnen beim Rückblick in das ausklingende Jahr wie mir? Getreu dem anfangs erwähnten Spruch frage mich dann immer, was mir an dem Jahr gefallen hat und was nicht - also welche Brücken benütze ich gerne weiter, welche könnte ich abbrechen und welche baue ich gänzlich neu?

Und während ich nun diese Fragen im Tauchgang meines Gehirns beantworte, folgt nur ein einziger Gedanke: Ich hatte selten verrücktere Jahre wie das Jahr 2008. "Ver-rückt" im wahrsten Sinn des Wortes. In jedem Bereich meines Lebens haben sich die Brücken verändert: Sei es die Kinder, die Familie, die Freunde, sei es der Job, die Freizeit, natürlich auch die Finanzen.

Ich habe in dem Jahr unzählige Brücken aus der Vergangenheit wieder aufgesperrt, die ich seit meiner Jugend abgebrochen hatte. Ich habe einige Brücken ein wenig umgeleitet oder ausgebaut. Und ich habe die größte aller Brücken endgültig abgebrochen, die ich eigentlich nie abbrechen lassen wollte. Die zu meinem langjährigen Ex-Freund.

Mit einer wirklichen "tollen" Erkenntnis: Welche Brücke man benutzen und welche man abbrechen soll, kommt leider oftmals erst, wenn man kopfüber ins Wasser plumst. Denn beim Brückenbauen geht es wie überall im Leben auch um die Qualität. Manche Brücken sind so wackelig und endlos lange, dass man mit ihnen nie das andere Ufer erreicht, so gerne man auch möchte. Etwas, was meine Kinder schon längst wissen und doch immer wieder aufs Neue wissen wollen. Denn in jedem Urlaub und bei jeder Witterung müssen wir in der Ybbs mit Steinen und Holz jede Menge Brücken bauen. Stundenlang. Und wie das Amen im Gebet endet es damit, dass eines der Kinder immer ins eiskalte Wasser purzelt. Was folgt ist dann immer total süß: Zuerst werden die nassen Kleider vom Körper gerissen, die anderen Kinder geben jeder ein Stück von sich her damit nicht nur das nasse Kind friert, sondern gleich alle zusammen. Und dann ab ins Auto und schnell nach Hause. Dort brauchen dann natürlich auch alle Kinder zusammen ein warmes Bad mit anschließendem Tee und dicker Decke vorm Kamin und Knabberzeug und Geschichte......die Kids lieben diesen "Kick".
Naja, blöd eben nur, dass dieses lustige Notfallprogramm bei den "Lebens-Metapher-Brücken" dann nicht mehr zur Verfügung steht.

Donnerstag, 2. Oktober 2008

Immer wieder und in den verschiedensten Situationen können wir Eltern uns doch die Frage stellen, ob "das Glas halbleer" oder "halbvoll" ist.
So auch in Sachen Scheidungsfolgen für Kinder.
Hier würde ich die Frage im Sinne unserer Kinder umformulieren in „gezeichnet fürs Leben“ oder „gewappnet für Stürme“?
Da ich mit meinen Kindern selbst eine Trennung erlebt habe und über mögliche negativen Folgen einer Scheidung bzw. einer Trennung mehr gehört habe, als mir lieb war, möchte ich mich auch einmal über die positiven Aspekten bzw. Lernprozesse, die eine Scheidung bei Kindern auslösen kann, äußern.
Positive Scheidungsreaktionen - das mag vielleicht wie ein Widerspruch in sich klingen und daher findet man über diese Wortkombination nur wenig in der Literatur.
Aus eigener Erfahrung kann ich jedoch sagen, dass die vorherrschende Auffassung, ein Paar möge wegen der Kinder zusammenbleibt, wie unglücklich sie auch sein mögen, einen ungünstige Hintergrund für die Entwicklung eines Kindes darstellt.
Was von vielen Scheidungsgegenern nicht beachtet wird, ist, dass Kinder weniger durch eine Trennung der Eltern verunsichert oder belastet werden, sondern eher durch die konfliktreiche Zeit davor.
Sodass sich eine Trennung durchaus positiv auf den Entwicklungsprozess des Kindes auswirken kann.
Kinder zeigen oft schon lange vor der Trennung ein auffälliges Verhalten, nur dass dieses den Eltern oft nicht bewusst ist.
In der Nachscheidungsphase stellen Betroffene erst dann bei den Kindern fest, dass es Auffälligkeiten gibt und beziehen diese auf die Scheidung.
Eine Scheidung stellt dann nur mehr den Schlußstrich unter einer belastenden Familiensituation dar und den Beginn einer Neuorganisation.
Untersuchungen zeigten, dass Kinder aus vollständigen, aber sehr konfliktbehafteten Familien gleiche Probleme wie Scheidungskinder haben.
Wohl aber haben hier die Kinder aus Scheidungsfamilien den Vorteil, dass durch die Trennung das Konfliktpotenzial verringert wird.
Daher - jede Wiederherstellung der Geborgenheit und Kontinuität führt bei Kindern dazu „gewappnet für Stürme“ zu sein, unabhängig wieviele Elternteile vorhanden sind.
Kinder brauchen Eltern, auf die sie sich verlassen können und das kann auch ein ruhiges Zuhause mit nur einem Elternteil bieten.

Montag, 15. September 2008

In 5 Tagen ist Weltkindertag....

In unserer Redaktion hängt ein ganz großes Schild, auf dem steht: „Erwachsene müssen Kinder beschützen und vor Schaden bewahren“.
Jeden Tag wenn ich ins Büro komme, lese ich es und stimme stumm zu.
Am 20. September - also in fünf Tagen - bekommt dieser Spruch meine noch größere Zustimmung:
Da ist nämlich Weltkindertag.
Die Gründerväter der Vereinten Nationen verfolgten mit der Einführung dieses Tages drei Ziele:
Neben dem Einsatz für Kinderrechte und der Förderung der Freundschaft unter den jungen Erdenbürgern sollten sich die Regierungen einmal im Jahr öffentlich verpflichten, die Arbeit des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen UNICEF zu unterstützen.
Die Idee stieß auch auf Zustimmung:
Bereits ein Jahr später beteiligten sich 40 Länder und 50 Jahre später bereits mehr als 145 Ländern.
Seit dem ersten Weltkindertag hat sich die Lage der Kinder weltweit verbessert.
Die Kindersterblichkeit hat sich in den letzten 30 Jahren halbiert.
Noch nie gingen so viele Kinder zur Schule wie heute.
Dennoch bleibt viel zu tun:
Fast ein Drittel der weltweit rund 2,1 Milliarden Kinder und Jugendlichen wächst in extremer Armut auf.
Noch immer sterben knapp elf Millionen Kinder, bevor sie das fünfte Lebensjahr vollendet haben, die meisten an vermeidbaren Krankheiten wie Masern oder Durchfall.
246 Millionen Mädchen und Jungen zwischen fünf und 17 Jahren schuften für Hungerlöhne, um das Überleben ihrer Familie zu sichern.
In Sri Lanka und im Norden Ugandas werden Kinder und Jugendliche noch immer als Kindersoldaten missbraucht.
Wir Erwachsene sollten uns stets bewusst machen, welche Verantwortung wir für unsere Kinder tragen!
Denn somanche seelische und körperliche Verletzung eines Mädchen oder Jungen macht die Rückkehr in ein normales Leben schwierig oder gar unmöglich. (Quelle: www.unicef.de)

Montag, 1. September 2008

Blödsinnige Artikeln

Heute las ich mein Lieblingsthema in einer Tageszeitung: Die HPV-Impfung. Der Konsum von Kaffee soll gegen den HPV-Virus helfen!

Und warum? Kaffee könne nämlich den Insulinanteil im Körper senken und dies könne auch das Risiko minimieren, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken. Das meinte das japanische Gesundheitsministerium aufgrund der Datenerhebung einer großen Studie. 
Also manche Journalisten verstehe ich nicht. Warum sie so einen Blödsinn nicht gleich im Papierkorb stopfen, sondern auch noch an die Leser weitergeben?
Ehrlich, solch ein Resultat kann doch kein Mensch bzw. kein Leser glauben? 
Niemand der einen gesunden Menschenverstand hat, kann doch das das ernst nehmen. 
Tun Sie das? Bitte sagen Sie nein. Denn wo würde bei solch einer Studie die Logik bleiben? Wieso soll so etwas überhaupt getestet werden? 
Wenn Sie wenigstens als Resultat geschrieben hätten, dass Frauen die drei Tassen Kaffee am Tag trinken, ein um 60 Prozent geringeres Gebärmutterhalskrebs-Risiko haben, weil sie rundum stressfreier und zufriedener leben und ihre Energie nicht dazu verwenden sich selbst abzukämpfen, sondern mit jeder Tasse Kaffee sich Gutes gönnen wollen und ordentlich Energie auftanken, und eigentlich und überhaupt...
Na, ich glaube ich muss schnell mal einen Kaffee trinken gehen und mich abreagieren.

Aber halt noch schnell: Was Sie lieber Leser mit als wahre und glaubhafte Information nehmen sollten: Eine Infektion mit HPV hat besonders bei Frauen unter 35 Jahren eine hohe Selbstheilungstendenz: 
Von 60 infizierten Frauen haben 59 die Infektion nach einem Jahr besiegt. Über 70 Prozent aller Frauen infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit diesen HP-Viren. Und 80 Prozent aller Infektionen bleiben unauffällig und heilen ohne Therapie ab. 
So und jetzt gehe ich gemütlich Kaffe trinken...

Freitag, 29. August 2008

Es geht um unsere Zukunft...

Heute geht es um unsere Zukunft. Wann geht es nicht darum, werden Sie vielleicht denken?
Und ja, da haben Sie schon recht. Es geht doch wirklich immer um unsere Zukunft.
Die Frage stellt sich nur, ob diese auch immer geplant werden muss und besonders kann? "Planung ist das halbe Leben", meinen die einen. Andere wie Winston Churchill oder Peter Ustinov meinen wiederum: "Planung bedeutet, den Zufall durch den Irrtum zu ersetzen" Also......! Was denn nun...? Das Thema verfolgt mich derzeit von allen Seiten. Nicht nur dass tagtäglich jede Menge Meldungen bei mir hier in der Redaktion einlaufen mit Prognosen zukunftsorientierter Unternehmen. Alle wollen erzielbare finanzielle Überschüsse und die genaue Planung dafür umfasst mehrere Jahre. Da gibt es nicht nur eine Planung, sondern auch eine Prognose, eng gekoppelt mit Zukunftsdaten wie Bewertungs-, Bilanzierungstichtag und Planungszeitraum. Privat hörte ich letztens auch einmal, dass ich chaotisch wäre und mir die Planung fehlen würde. Also jetzt mal praktisch gedacht:  Da ist doch jede Planung, gemessen an der später eintretenden Wirklichkeit, falsch.  Die Frage ist nur, wie falsch? Gibt es denn die richtige Balance von Planung und Chaos? Ja, die gibt es. Denn ganz ohne Planung geht es nicht. Doch ich bin überzeugt: Der derzeitige extreme Zukunftsplanungstrend ist zu viel des Guten. Im Hinterkopf sollten wir stets bedenken, dass die Zukunft einfach nicht immer planbar ist. Aber sie ist wünschbar und voll neuer Hoffnungen und Ideen. Und Ideenfabriken entstehen immer aus einem Nichts nach dem Motto "Probieren über Studieren" bzw. einem "Einfach-nur-wild-drauf-los", versehen mit einem Patzen an Kreativität, und die......die entsteht immer nur an der Grenze zum Chaos, ganz ohne Planung!

Also: Auf in unsere Zukunft!

(QUELLE: www.prime.co.at)

Montag, 28. Juli 2008

Bankhofer-Hype: Schreib oder stirb

“Leben ist das was passiert, während du gerade dabei bist, andere Pläne zu schmieden” , hat John Lennon zu Lebzeiten einmal wunderschön formuliert.
Und wir wissen selber alle, wie schnell im Leben sich alles ändern kann.
Quasi über Nacht.
So hat es nun auch Prof. Bankhofer erlebt. Nach langjähriger Zusammenarbeit mit dem WDR wurde er über Nacht plötzlich hinauskomplimentiert. Anonyme Blogger warfen ihm Schleichwerbung vor, dokumentierten den Vorwurf gekonnt aufbereitet auf Youtube und sendeten vor sechs Tagen das Datenmaterial an den ARD, WDR, Das Erste, den Presserat, Werberat und an die deutschen PR Gesellschaft eV, die sich um die Wahrung des PR Codices kümmert.
Quasi über Nacht und als Bankhofer erwachte, war bereits ein großer Bankhofer Hype im Gange.
Stündlich ein neuer Bericht, ein neuer Blog. Die Homepage von Prof. Bankhofer www.prof.bankhofer.at bzw. www.prof-bankhofer.de erlebt explosionsartige Zugriffe.
Dass er keine Stellungnahme zu den Schleichwerbungsvorwürfen auf seiner Homepage gibt, war zu erwarten. Wer ihn persönlich kennt, weiß wie traurig, enttäuscht und sprachlos gerade Bankhofer über die ganze Sache nun ist.
Traurig und enttäuscht auch viele seiner Anhänger, seine Gegner und Neider dagegen hoch erfreut.
Wer in der Öffentlichkeit steht, hat natürlich nicht nur Freunde, sondern auch Feinde.
Wer dazu noch in Sachen Gesundheit öffentlich Meinung bezieht, umso mehr. Besonders wenn seine Aussagen nicht ins Konzept der „Evidence-Based-Medicine (EBM)“ passen.
Bankhofers Gesundheitstipps haben wohl kaum etwas mit den medizinischen Schlagwörtern „Qualitätssicherung“ und „Health Technology Assessment“ am Hut.
Wissenschaftliche Medizin steht im krassen Gegensatz zu intuitiver und erfahrensbasierter Medizin wie irgendwelche Melissen-Kräuterchen.
Denn empirische Forschungen belegen ganz genau, wie und wann und warum unser Körper auf welches Medikament reagiert - und zu reagieren hat.
Und systematische Fehler liegen im medizinischen Erkenntnisprozess vor, wenn Zuwendung, Aufmerksamkeit, Optimismus, Hoffnung und Vertrauen plötzlich Heilungserfolge zeigen.
Ich arbeite seit mehr als 14 Jahren als Journalistin im Gesundheitsbereich und kann nur eines sagen: Schreib oder stirb, lautet das Motto.
Nicht nur unter Journalisten wie Bankhofer.
Sondern auch Menschen in akademischen Disziplinen wie Mediziner und Wissenschafter stehen seit einigen Jahren unter steigendem Publikationsdruck.

Montag, 21. Juli 2008

Schuld und Sünde und Beichte...

Sommer ist draussen und in der Stadt nix los. Die Straßen hier in Wien sind beinahe leer.
Auch unser Redaktionshund wuschelt einsam und verlassen auf der Hundezone herum und wartet auf Spielgefährten.
Während ich auf einer Parkbank sitze und mit einer Freundin plaudere..... und plaudere..... und plaudere....
Und bei welchen Thema landen wir wieder einmal? Klar doch - wie immer bei unseren pubertierenden Kindern!
Doch diesesmal bekommt unser Gespräch einen wahrhaft tiefsinnigen "touch": Schuld und Sünde und Beichte.
Wow, was für drei schwerwiegende Begriffe. Meinen wir anfangs, doch dann stellen wir fest, dass alle drei längst an bedrohlicher Dimension verloren haben. Nix ist heut mehr so wie früher zu Großmutters Zeiten. Scheinbar haben uns Psychiater und Psychotherapeuten erfolgreich von Gewissensbissen und Schuldgefühlen befreit. Die moderne Hirnforschung tat dann noch den Rest und hält den Menschen prinzipiell ohnehin nicht für schuldfähig. Also "sündigen" wir heute bestenfalls noch, wenn wir ein Stück Torte essen oder ein Glas über den Durst trinken. Kirchenvertreter und Theologen beklagen bereits das Verschwinden der Sünde und meinen, dass viele Menschen kein Bewusststein mehr für richtig und falsch hätten.
Auch wenn ich die Begriffe "Schuld und Sünde und Beichte" in unserer freiheitlichen Gesellschaft nicht mehr sehr zeitgemäß finde. Der Wunsch nach Zuspruch der Vergebung und nach Erlösung von Schuld und anderen Lasten ist heutzutage größer denn je. Und er drückt so vielen von uns mit Schmerzen aufs Gewissen und auf die Seele.
Dabei sollte es nicht um die Pflege von Schuldgefühlen gehen. Sondern um das Eingestehen von Fehlern.
Wer Kinder hat, kommt nicht umher sich mit dem "Richtig und dem Falsch" und mit "Schuld und Sünde und Beichte" zu beschäftigen.
Das sind wir nicht nur unseren Kindern, sondern auch unserer nächsten Generation schuldig.
Denn: Zerstört ist schnell etwas.
Manches dauert ewig bis es wieder aufgebaut ist.

Mittwoch, 25. Juni 2008

Bambi ist krank

"Es war einmal im tiefen Wald als ein kleiner Hirsch namens Bambi geboren wurde. Schnell verbreitet sich die freudige Nachricht im Wald, und alle Tiere versammelten sich, um den jungen Prinzen zu begrüßen....“
Tränenbäche vergoss meine Tochter als sie den Walt-Disney-Zeichntrickfilm zum ersten Mal anschaute und sah wie Bambi durch die Kugel eines Jägers seine Mutter verlor.....schluchz!
So, drei Generationen hat es gedauert bis auch "Bambi" zu einer Krankheit mutieren musste.
Unter dem "Bambi-Syndrom“ versteht man einen kindlichen, idealisierenden Zugang zur Natur, der diese als verniedlichte Idylle versteht, in der es weder Unrecht noch Grausamkeit gibt und der die Gesetze, Notwendigkeiten und die Brutalität der Natur ausblendet.
Das Syndrom befällt neuerdings immer mehr Kinder. Besonders jene, die täglich mehrere Stunden in digitalen Fantasiewelten - vorm Fernseher oder Computer - und wenig in der frischer Waldluft verbringen.
Laut dem "Jugendreport Natur " hat heutzutage nur jeder dritte Schüler zwischen 12 und 15 Jahren jemals in seinem Leben einen Käfer oder Schmetterling auf der Hand gehabt.
Dadurch hat die Jugend von heute ein diffuses, verklärtes Bild der Natur, sieht den Wald als verletzliches, schutzbedürftiges Symbol schlechthin und hat eine "erlebnisfeindliche Naturmoral", so der "Jugendreport Natur".

Bitte, bevor Sie nun weiterlesen, lassen Sie sich diese Wörterkombination...."erlebnisfeindliche Naturmoral".... langsam auf der Zunge zergehen.

Jeder Zweite geht davon aus, dass im Wald grundsätzlich keine Blumen oder Beeren gepflückt werden dürften. 80 Prozent glauben, es sei verboten, Käfer, Regenwürmer oder Frösche in die Hand zu nehmen, so der Report weiter.
Also ich sage Ihnen was da krank daran ist: Krank ist dass kranke Krankheiten erfunden werden.
Denn irgenwann läuft jedem Menschen einmal ein Käfer übern Weg, steigt er unabsichtlich auf einen Regenwürmer oder sieht einen Frosch herumhüpfen.
Und spätestens dann ist das "Bambi-Syndrom" geheilt.

Samstag, 21. Juni 2008

Frauen und ihre Chips

Werbefuzzys haben das Thema schon massenweise verarbeitet: Männer und Frauen sind verschieden, die Evolution hat es so gewollt. So finde ich mich als Cyber-Wesen mit einem Multitasking-Betriebssystem in der heutigen Zeit zurecht. Zwar witzelte mein Sohn letztens "Achtung! Mami steht kurz vor dem Kurzschluß" als ich seine Wunde verarztete, nebenbei mit ihm über seine Hausaufgaben sprach, das Telefon klingelte, der Hund bellte, die Tochter "Jump-Style" zu lauter Musik übte und mir im Kopf der stressige Gedanke an den bevorstehenden Redaktionsschluss hängte. Aber Kurzschluss? Der ist leider nicht drinnen!

Männer sind da tatsächlich anders. Immerhin können sie gleichzeitig schlafen und schnarchen. Auch Nasenbohren und Autofahren. Aber noch rauchen? Da wirds dann schon ein wenig schwierig. Dazu noch einparken, daran will ich gar nicht denken
Ganz hart wird es dieser Tage mit der EM: Fernsehen, mit dem Haustier spielen und der Frau zu antworten? Da hängt nicht nur der Haussegen schief und es kommt zu einem "Kurzen" - wir sprechen gleich von einem Komplettausfall.
Nein ich will nicht unsachlich und ungerecht sein. Klar können Männer all das was Frauen auch können. Bloß sie wollen nicht oder brauchen nicht.
Angeblich hat ihnen die Natur daher auch den corpus collosum - das ist der Nervenstrang, der unsere Gehirnhälften miteinander verbindet - ein wenig dünner produziert. Dadurch können sich im corpus collosum der Frauen bis zu 30% mehr Verbindungen befinden als bei Männern und klappt der Informationsaustausch zwischen den beiden Gehirnhälften besser bei Frauen. 
Angeblich.... und angeblich fand dieser Austausch der weiblichen Computerstränge auf Bandnudelqualität in der Höhlenzeit bereits statt. Zwar gab es damals noch keinen PC, aber dafür wenig zu essen. Und während Männer auf der Jagd waren und sich nicht von ihrer Beute ablenken ließen und sich voll darauf konzentrierten, mussten Frauen in der Nähe ihrer Höhlen bleiben und auf viele Dinge gleichzeitig achten: Auf die Kinder, aufs Feuer, auf andere Frauen in der Umgebung und auf mögliche Angriffe von Tieren.
Also ehrlich, was heißt "angeblich"? Wir Frauen haben einfach oft gar keine andere Wahl als zu perfekten "Multitasking-Junkies" zu reifen.

Mittwoch, 18. Juni 2008

Coacht du mich? Oder ich dich? Oder coachen wir uns gegenseitig....

Jö, nun gibt es auch im Verkehr bereits ein Coaching.
Gerade eben haben es meine Ohren aus dem Radio vernommen, frisch aus dem Äther der Nachrichten.
Also nein, nicht doch das was Sie denken.
Verkehrscoaching findet auf der Straße statt. Und vermittelt dort die Gabe, bewusst Auto zu fahren und nebenbei noch Kraftstoff einzusparen. Eine Gabe, die bei den gestiegenen Kraftstoffpreisen gar nicht schlecht klingt. Blöd nur, dass ein solches Coachsemiar gleich so viel kostet wie ein ganzer Tank.
Aber was solls. Coaching ist eben so in, dass man dies nicht hinterfrage sollte und lieber nachdenken sollte, wo man überall gecoacht werden möchte. Denn nicht nur für Politiker und Unternehmer, Gewerkschaftsbosse und Bankdirektoren ist dies heutzutage wichtig, auch der kleine Mann von nebenan braucht heute schon einen Lebensreisebegleiter in Form eines Coaches.
Der Begriff "Coach“ stammt nämlich aus der englischen Sprache und bedeutet dort Kutsche. Dieser Begriff beschreibt also ein Instrument, das es Menschen ermöglicht, von einem an einen anderen Ort zu gelangen.
Coaching kann daher auch als Entwicklungsinstrument bezeichnet werden.
Vorbei sind also die komplizierten Zeiten, in denen wir noch unsere Familien, Freunde und Kollegen fragen mussten, wenn wir nicht mehr weiter wussten. Auch die Pfarrer oder Friseure, die stets einen guten Rat parat hatten und je nach Glauben und Gusto ihren hilfreichen Senf zu der Sache taten, haben ausgedient.
Heute ist guter Rat teuer, sehr teuer! Und hat daher gleich einen neuen Berufsstand ins Leben gerufen.
Dass die Sache nicht so einfach ist, zeigt sich sichtlich daran, dass es noch immer kein verbindliches Berufsbild mit Qualitätsstandards und Qualitätssicherungssysteme für Trainer und Coaches gibt.
Ich werde geduldig warten, denn es interessiert mich schon sehr, wie meine Authentizität nicht nur trainiert, sondern auch qualitätsmäßig gemessen werden kann.
Hoffentlich braucht es dazu dann keine Peitsche für den Kutscher - hoppala, ich meine Coacher.

Freitag, 30. Mai 2008

Gefühle-Stiefkind unserer Leistungsesellschaft

Haben sie schon mal über das Wort "Verhalten" nachgedacht?
Es ist ja eigentlich zusammengesetzt aus dem Tunwort "halten" und der Vorsilbe "ver".
Spätestens wenn man sich das mal durch den Kopf gehen lässt und in Beziehung mit unserem "inneren Ich" stellt, kommt eines zum Vorschein: Das einfache Wort "Verhalten" drückt das aus, wie wir mit uns selbst umgehen. Also wie Gefühle durch unseren Körper hinaus ins Leben wollen. Das passende lateinische Wort dazu nennt sich übrigens "Emotion", was sich von "emovere" ableitete und das bedeutet soviel wie "hinausschaffen" oder "hinausbewegen". Ist ja eigentlich genau das Gegenteil, nicht wahr? Daher hat es mir heute angetan, diesen Widerspruch "Ausleben" und "Verhalten" zu durchleuchten.
Wann sehen wir denn eigentlich wirklich jemanden, der seine freien, lebendigen Bewegungen zeigt? Der ungestüm und ausgelassen ist? Im Gegenteil: In der Kindheit werden wir bereits in Gehschulen verbannt und in der Jugendzeit auf auf die Stühle gesetzt. Brav haben wir doch alle trainiert, unseren Bewegungs- und Ausdrucksdrang zurückzuhalten. Also jubeln wir kaum mit dem ganzen Körper und der ganzen Stimme, wenn wir einen Erfolg verbuchen. Ja wir schämen uns davor zu zittern, wenn wir vor anderen eine Rede halten. Oder am Ende des Kinofilms zu weinen. "Mami du heulst doch nicht etwa, du bist echt peinlich" meinte sogar kürzlich meine Tochter zu mir als ich verheult aus aus einem Schnulzen-Kinofilm trat.
Furcht, Scham und Peinlichkeit prägen unsere öffentliches Verhalten - und damit unser Verhalten. Also unser verhaltenes Verhalten. Und das Unglaublichste daran ist: Dieses Verhalten kommt uns normal vor. Lebendiger Ausdruck erscheint uns dagegen abnormal.
Also auch wenn das Wort "Verhalten" sichtlich falsch in unserem gefühlsdusseligen Alltag positioniert ist, es ist wie es ist und es bleibt wie es bleibt: Gefühle wachsen erst mit einem entsprechenden körperlichen Ausdruck. Sonst sinds ja eben keine Gefühle mit lebendiger Bewegung, sondern eben nur ein Verhalten.

Sonntag, 25. Mai 2008

Frauen sind anders....

Bin ich froh, dass die Erde rund ist und die Hexenverbrennung erst kürzlich abgeschafft wurde.
Und dass wir Frauen heutzutage arbeiten dürfen - sogar als Ärztinnen.
Sichtlich wurden diese aber bis vor kurzem nicht ernst genommen. Denn vor wenigen Tagen haben wir Frauen "die medizinische Erkenntnisse aller Erkenntnisse" von der Österreichischen Gesellschaft für geschlechtsspezifische Medizin (ÖGGSM) präsentiert bekommen: "Frauen sind anders". Wie anders? Na der Unterschied zwischen Frauen und Männern beschränke sich nicht nur auf rein äußerliche Merkmale udn dem kleinen Unterschied zwischen den Beinen. Nein da gibt es mehr. Auch viele Medikamente entfalten beispielsweise bei Frauen eine andere oder verstärkte Wirkung als bei Männern. Und auch Krankheiten zeigen bei verschiedenen Geschlechtern oftmals eine unterschiedliche Symptomatik.
Univ.-Prof. Dr.in Jeanette Strametz-Juranek, Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie und Vorsitzende der Gesellschaft, betont vor allem den interdisziplinären Zugang dieser noch relativ jungen, aber zunehmend wichtigen, Disziplin: "Die Praxis beweist, dass zwischen Männern und Frauen signifikante Unterschiede bezüglich der medizinischen Versorgung bestehen. Dies schließt fast jeden Bereich mit ein. Aus diesem Grund ist es eine besonders wichtige Aufgabe unserer heutigen Gesellschaft eine fachübergreifende genderspezifische Aus- und Weiterbildung anzubieten und zu fördern."
In wissenschaftlichen Studien wurden somit bis vor kurzem geschlechtsspezifische Unterschiede komplett vernachlässigt. Die Ergebnisse aus Untersuchungen, in denen ausschließlich oder hauptsächlich Männern untersucht wurden, wurden einfach auf Frauen übertragen.
Heißt das nun, dass wir Frauen uns in Zukunft keinen falschen Bart mehr aufkleben und eine tiefe Stimme einsetzen müssen, wenn wir einen Arzt aufsuchen?
Ja tatsächlich! Wir dürfen endlich davon ausgehen, dass uns ein Arzt wie eine Frau und nicht mehr wie ein Mann behandelt.

Mittwoch, 14. Mai 2008

Genialer als jeder Computer...

sind wir Menschen. Wer das nicht glaubt, findet die Bestätigung auf der Ausstellung „Bodies“ im Wiener Gasometer City. Was da zu sehen ist, lässt einen das Blut in den Adern erstarren.
Wussten Sie beispielsweise, dass jeder einzelne Blutstropfen das Herz jede Minute einmal passiert und insgesamt über 100.000km Blutgefäße in unserem Körper vorhanden sind? Und dass unser Kreislaufsystem die Autobahn unseres Körpers ist? Das Blut darin transportiert alles, was unsere Zellen zum Leben benötigen. Das ist aber noch nichts gegen unser Nervensystem: Schneller als der leistungsfähigste Computer der Welt reguliert unser menschliches Nervensystem alle lebenswichtigen Funktionen des Körpers. Manche Gehirnzellen in Sekundenbruchteilen mit über 10.000 anderen Zellen eine Verbindung aufnehmen. Ein Blick auf unsere Hautzellen bringt uns noch weiter zum Staunen. Wie die Fasern eines Allwettermantels umhüllen sie uns. Das Keratin macht uns wasserdicht, die Blutgefäße, Schweißdrüsen und Haare regulieren dann nur noch unsere Körpertemperatur. Und dann erst der Verdauungstrakt: Wie eine der effizientesten Receyclinganlagen der Welt arbeitet dieses. Es zerlegt einfach die aufgenommene Nahrung und wandelt sie in für den Aufbau benötigten Stoffe und Energieträger um.
Jetzt sagen Sie aber nicht, dass Sie das alles bereits wussten?
Na gut, aber gesehen haben Sie es vielleicht noch nicht, oder?
Bis Ende August gibt es noch die einmalige Gelegenheit alles über die Anatomie unseres menschlichen Körpers zu erfahren. Die Ausstellung BODIS zeigt echte menschliche Körper und Organe, die durch eine spezielle Konservierungsmethode präpariert bzw. plastiniert wurden.
Mit Erstaunen und Ehrfurcht bin ich in diese seelenlose Welt der Körper eingetaucht.
(www.bodiesvienna.at, Tel. 0900 190 144 (53ct/min)

Montag, 5. Mai 2008

Kinder zu haben ist schön!

Darf ich denn überhaupt heute noch so laut von mir posaunen? Wo sich doch die „gute Hoffnung“ zunehmend verringert? Und Schwangerschaft, Geburt und die Pflege eines Säuglings heutzutage nur mehr als komplizierte Angelegenheit angesehen wird, welche Sorgen und Ängste weckt.
Je älter und selbstständiger meine eigenen Kinder nun werden, desto komischer wirken mir die Diskussionen rund um das Thema „Kinderkriegen“. Ist es nicht logisch, dass die Ankunft eines Winzlings den Alltag komplett umkrempelt und plötzlich alles größtenteils unplanbar macht?
"Es ist wahrlich nicht immer einfach mit einem solchen Kontrollverlust umzugehen", meint Paarberaterin und Diplompädagogin Ingrid Löbner dazu. "Genau das scheinen aber Frauen heute nicht mehr gelernt zu haben. Zu sehr sind beide Geschlechter in der Berufswelt verankert und die dort gültigen Kriterien wie Kontrollierbarkeit, Machbarkeit, Planbarkeit sind für junge Mütter bzw. das „neugeborene“ Paar plötzlich nicht mehr gefragt."
Worüber diskutieren wir eigentlich?
Dass Mutterwerden heißt, Kontrolle abzugeben? Eigene Wünsche hintanzustellen und auch mal nichts anderes zu schaffen als sich „nur“ um den Winzling mit seinen zunächst grenzenlosen, aller Planung entzogenen Bedürfnissen zu kümmern?
Die Natur hat sich etwas dabei gedacht, wie sie uns Frauen die Anlage gab, Mutter zu werden. Und sie gibt uns dafür auch viel zurück. Was? Eine Menge.
Aber wenn Sie Ihre Gesundheit planen und kontrollieren wollen, dann ein besonderes Zuckerl: Noch Jahrzehnte nach der Geburt befinden sich Zellen des Fötus in der Mutter und helfen ihr Krankheiten zu bekämpfen und gesund zu bleiben.

Mittwoch, 23. April 2008

Wir sind noch immer pandemisch?

Das Anti-Grippemittel Tamiflu gegen eine drohende Pandemie hat ein Ablaufdatum.
So wie alle Medikamente eben, ganz normal eigentlich.
Was jedoch nicht normal ist, ist die Menge über die wir hier reden:
Beinahe eine halbe Tonne davon hat beispielsweise das Land NÖ vor drei Jahren um 3,5 Millionen EUR gekauft und lagert seit dem in einem Keller. Groß muss der sein, der Keller. Alle Achtung.
In Wien sind es noch mehr. Um satte fünf Millionen EUR hat man sich da den Vorrat eingebunkert. Da muss der Keller noch größer sein.
Die Grünen sind in heller Aufregung, da das Medikament nur im Falle einer Grippe-Pandemie ausgegeben werden darf. Und sonst nicht. Dies wurde vertraglich so mit der Herstellerfirma ROCHE vereinbart.
Daher verrottet die Tabletten nun langsam in den großen Kellern und mutieren zu einer tickenden Sondermüll-Medikamenten-Bombe.
Die grüne NÖ.Landtagsabgeordnete Helga Krismer ist empört: "Wer dafür verantwortlich ist, war ohne Hausverstand".
Bekanntlich engagiert sich dieser nun für das Unternehmen BILLA, also kein Wunder.
Aber zurück zum Thema: Roche Manager Herbert Szwajor weiß sich zu helfen und verteidigt sich heute gegenüber der Zeitschrift KURIER: "Die Risikosituation hat sich nicht geändert. Die Pandemie-Gefahr besteht noch immer".
Wir sind noch immer pandemisch? Aber das wusste ich ja gar nicht? Sie etwa? Da laufen so viele medizinische News täglich über meinen Computer. Alle brennen darauf das Licht der Öffentlichkeit zu erreichen und eine der Wichtisten wird uns Journalisten und somit Ihnen liebe Leser verschwiegen?
Was mich aber noch mehr wundert: Wenn die Firma ROCHE das weiß, dann müsste sie aber auch wissen, "wie die Massen an Tamiflu-Tabletten entsorgt werden, wenn diese das Ablaufdatum erreichen". So lautete nämlich meine persönliche Anfrage an die Firma Roche aus dem Jahr 2006. Und auf die Antwort warte ich noch immer.

Freitag, 18. April 2008

Vermisster Darm

Vor mir liegt eine Presseaussendung eines neuen Gesundheitsgetränkes mit der geheimnisvollen Headline:
"Das vergessene Organ".
Nun geht es Ihnen vielleicht wie mir? Fragen Sie sich auch, wen oder was habe ich verdammt nochmals schon wieder vergessen?
Grübel, grübel und studier: Also, jede Menge Termine habe ich vergessen, Schlüsseln auch, wo das Auto geparkt ist, ja das kann schon mal vorkommen.
Die Kids von der Schule abzuholen, oder wen ich zurückrufen sollte, oder die Blumen zu gießen,...habe ich alles schon mal vergessen.
Aber dass ich mal eines meiner Organe vergessen hätte, das ist mir noch nie untergekommen. Und Ihnen?
Oder habe ich gar vergessen, was ich vergessen habe?
Ja, ich und Sie, also wir, haben angeblich etwas vergessen. Nämlich welch wichtige Rolle der Darm für unsere Gesundheit auf unsere Lebensqualität hat, so der Wortlaut der vor mir liegenden Presseaussendung.
Also wird angeraten, doch ein wenig auf "Du und Du" zu kommen mit seinem Darm.
Mehr noch. Wir sollten eine Fragestunde mit unserem Darm veranstalten:
Und so regt die Presseaussendung zu nachfolgenden Fragen an:
Kennen Sie Ihren Darm?
Und wissen Sie was er den ganz Tag lang so treibt?
Wissen Sie auch, wie Sie ihren Darm bei Laune halten können?
Und warum Entspannung und Bewegung auch Ihrem Darm gut tut?
......
Darm? Wo bist du? Panik! Hilfe! Wo ist mein Darm?
Ich wusste ja gar nix davon, dass mein Darm abgehauen und zur Beschwerdestelle gelaufen ist und nun von Aussen mit mir spricht.
"Lieber Darm! Ich werde dich in Zukunft nicht vergessen. Ich verspreche es. Bleibe dafür bitte auf ewig bei mir und erzähle mir so, was du den ganzen lieben langen Tag lang treibst und wie ich dich bei Laune halten kann. Ich nehme dich auch gerne ab und zu an der Hand und wir gehen gemeinsam spazieren. Und bei meinen täglichen Yoga-Übungen darfst du ab nun auch immer dabei sein. Ehrlich! Alles tue ich, nur damit ich keine Presseaussendungen mehr wie diese von dir lesen muss."

Wenn Sie wissen wollen, wie es Ihrem Darm geht, lesen Sie unter www.yakult.at.

Donnerstag, 10. April 2008

Z´sammräumen - daran arbeite ich noch! Sie auch?

Räumen Sie auch so ungern auf? Letztens ging es mir so durch den Kopf: Wann eigentlich lernt ein Mensch das Aufräumen? Im zarten Alter von 3 Jahren? Wenn er inmitten all seiner süßen kleinen Spielzeuge sitzt? Oder mit Eintritt in die Schule mit 6 Jahren? Wenn das eigene Zimmer droht mit Schulklumpert überzugehen. Oder gar erst als Pubertierender? Wenn die Motten, der Dreck und Zigarettenqualm das Tageslicht nicht mehr duchlassen?
Nein, ich weiß ich es selber nicht. Ich weiß nur eines - und das ganz bestimmt: Wenn man erwachsen ist, dann lernt man es auf jeden Fall. Und zwar mit den eigenen Kindern.
Nehmen wir doch als Beispiel mein Sohn. Bei diesem herrscht der Wahnsinn im Kinderzimmer. Als Aufräummuffel von Beruf war er nun mit 12 Jahren zum ersten mal eine Woche mit seiner Schule auf Skikurs. Weg von Mama der keppelnden Aufräumsirene, hin zu weiteren 5 gleichaltrigen Leidensgenossen.
Von den vielen Zimmern, die es dem Lehrpersonal während dieser Woche zu überwachen galt, war seines das bei weitem Unordentlichste.
Das Schlimmste, so seine Worte, war das Bettenmachen und das Aufräumen. Das Thema duschen und frische Unterwäsche will ich hier gar nicht weiter behandeln.
Die fünf weiteren Jungs im Zimmer schienen ebenfalls einen unterentwickelten Ordnungssinn zu besitzen.
Kurz zusammengefasst: Im Zimmer herrschte Anarchie. Sichtlich hat sich keiner der Jungs in Sachen Aufräumen engagiert.
Aber ich sag´s Ihnen: Mein Sohnemann kam so gut gelaunt zurück, wie noch nie. Alle Handschuhe bestanden aus zwei. Nichts, wirklich nichts war verbummelt.
Wie heißt das Sprichwort: „Nur der Kleingeist hält Ordnung, das Genie überblickt das Chaos“.

Mittwoch, 2. April 2008

Griffelfähiges schreiben...

ich schreibe und schreibe und schreibe hier.....wohl zu keiner Zeit haben wir Menschen so viel geschrieben wie heute: Da werden E-Mails und Forenbeiträge getippt, in Chatrooms wird gepostet und SMS massenweise übers Handy versandt. Alles mittels der Kunst des „Eingebens“.
Hier vor meinem schönen kleinen Computer sitzend habe ich zwei Möglichkeiten: Entweder schreibe ich mit dem weit verbreiteten „Zwei-Finger-Adler-System“ oder mit dem „Blind-Schreiben“ mit zehn Finger.
Ich für meine Person bevorzuge letzeres. Geht super schnell. Und wenn ich mich mal vertippe oder sich mit der richtigen Schreibweise nicht auskenne, dann richtet mit meine automatische Rechtschreibprüfung das Problem. Ach wie herrlich.
Ich befürchte nur, wenn wir weiterhin schriftlich nur mehr über die Tastatur kommunizieren, wird unsere Handschrift irgendwann auf der Strecke bleiben. Aber was tue ich mir an. Selbst diese Art der Kommunikation zwischen Mensch und Maschine wird bald überholt sein. Dann nämlich, wenn wir mit unseren „Blechtrotteln“ endlich reden können.
"Halllllooooooo!" und "Hööööört mich wer...???"
Dass darunter dann aber nicht nur unser Schriftbild und Schreibfluss leidet, versteht sich von selbst. Denn wie predige ich schon so gerne meinen Kindern: "Nur die Übung macht den Meister". Und wer nicht in Übung ist, verlernt das schreiben, verschreibt sich auch viel schneller, kann keine Rechtschreibung mehr,... kurz: ist nicht mehr griffelfähig.
Ich weiß es, denn leider leider tippe ich hier aus Erfahrung. Mir selbst ergeht es nicht anders.
Also habe ich mich kürzlich neu geordnet und alles was nur möglich ist, auf „griffelfähig“ umgestellt.
Nun bin ich wieder mit Filofax, Notizblock, handgeschriebenen Briefen und Tagebuch unterwegs.

Mittwoch, 19. März 2008

„Was? Ostern ist schon wieder?

Der Weihnachtsmann und Osterhase geben sich ja heuer beinahe die Klinke in die Hand.
Also habe ich mit den Kids zu Hause alle Vorbereitungen schon früher als sonst getroffen. So wurde bereits im Februar die Wohnung mit selbst gebastelte Ei-Dekorationen geschmückt.
Eine Aufgabe, bei der alle mithelfen mussten: Da wurde gefärbt, gekleckst und um die Wette gepinselt und so entstanden wieder tolle Kunstwerke.
Ehrlich, was wäre das Osterfest ohne Kinder? Und ohne ihren glücklichen Gesichtern, wenn sie im Garten und Haus mit lautem Geschrei die Osternester vom Osterhasen finden?
Heuer hatte mein kleiner Neffe die tollste aller Ideen: Er malte eine Zeichnung mit den willkommenen Suchplätzen für den herannahenden Osterhasen.
Ob sich den sein Navigationssystem wohl noch auf die Schnelle beeinflussen lässt...? Na das bezweifle ich.
Aber ich werde ihm in seinen Löffeln flüstern, dass er dafür mal nächstes Jahr die Sucherei ein wenig dynamischer gestalten könnte. Beispielsweise mit einer Schnitzeljagd.....
Also kurz und gut: Von allen Festen finde ich, dass das Osterfest ein besonderer Höhepunkt ist. Denn das ist nicht nur ein witziger Family-Spaß, sondern gleichzeitig wird auch der Beginn des Frühlings gefeiert. Und das macht es doppelt schön.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen nun ein frohes Osterfest und viel Spaß beim Eiersuchen!