Schuld und Sünde und Beichte...
Sommer ist draussen und in der Stadt nix los. Die Straßen hier in Wien sind beinahe leer.
Auch unser Redaktionshund wuschelt einsam und verlassen auf der Hundezone herum und wartet auf Spielgefährten.
Während ich auf einer Parkbank sitze und mit einer Freundin plaudere..... und plaudere..... und plaudere....
Und bei welchen Thema landen wir wieder einmal? Klar doch - wie immer bei unseren pubertierenden Kindern!
Doch diesesmal bekommt unser Gespräch einen wahrhaft tiefsinnigen "touch": Schuld und Sünde und Beichte.
Wow, was für drei schwerwiegende Begriffe. Meinen wir anfangs, doch dann stellen wir fest, dass alle drei längst an bedrohlicher Dimension verloren haben. Nix ist heut mehr so wie früher zu Großmutters Zeiten. Scheinbar haben uns Psychiater und Psychotherapeuten erfolgreich von Gewissensbissen und Schuldgefühlen befreit. Die moderne Hirnforschung tat dann noch den Rest und hält den Menschen prinzipiell ohnehin nicht für schuldfähig. Also "sündigen" wir heute bestenfalls noch, wenn wir ein Stück Torte essen oder ein Glas über den Durst trinken. Kirchenvertreter und Theologen beklagen bereits das Verschwinden der Sünde und meinen, dass viele Menschen kein Bewusststein mehr für richtig und falsch hätten.
Auch wenn ich die Begriffe "Schuld und Sünde und Beichte" in unserer freiheitlichen Gesellschaft nicht mehr sehr zeitgemäß finde. Der Wunsch nach Zuspruch der Vergebung und nach Erlösung von Schuld und anderen Lasten ist heutzutage größer denn je. Und er drückt so vielen von uns mit Schmerzen aufs Gewissen und auf die Seele.
Dabei sollte es nicht um die Pflege von Schuldgefühlen gehen. Sondern um das Eingestehen von Fehlern.
Wer Kinder hat, kommt nicht umher sich mit dem "Richtig und dem Falsch" und mit "Schuld und Sünde und Beichte" zu beschäftigen.
Das sind wir nicht nur unseren Kindern, sondern auch unserer nächsten Generation schuldig.
Denn: Zerstört ist schnell etwas.
Manches dauert ewig bis es wieder aufgebaut ist.
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