Freitag, 30. November 2007

Strahlende Weihnachts-Raucher

Wir haben es geschafft! Morgen ist der 1. Dezember und am Sonntag brennt bereits das erste Kerzerl am Adventkranz. In 24 weiteren Tagen dann gleich der ganze Weihnachtsbaum. Ganz zu schweigen von der Weihnachtsbeleuchtung, welche bei uns auf Wiens Straßen auch bereits wieder angeworfen sind. Besonders erleuchtend ist heuer aber die Wiener Rotenturmstraße. Sie erstrahlt erstmals in rotem LED Licht, sehr stilvoll. Vom Eingang der Rotenturmstraße beim Stephansdom bis zum Schwedenplatz funkeln insgesamt 250.000 Lichtpunkte. Prädikat sehenswert!
Apropos: Rauchen Sie eigentlich? Ja? Dann brauchen Sie sich gar nicht mehr um Lichterln kümmern. Sie strahlen nämlich selbst wie ein Luster. Denn bei all den gesundheitsgefährdenden Stoffen, die eine Zigarette enthält, kommt nun eine weitere hinzu: Radioaktivität. Tabak strahlt bis zu tausendmal stärker radioaktiv als Laub aus der Nähe des Kernkraftwerks Tschernobyl. Das wollen griechische Forscher nun herausgefunden haben. Ursache dafür sind die in der Natur vorkommenden chemischen Elemente Polonium und Radium. Dazu meint Professor Matthias Risch von der Fachhochschule Augsburg: "Ein starker Raucher verpasst seinen Bronchien im Laufe eines Jahres eine Strahlenmenge, wie sie bei 250 Röntgenaufnahmen der Lunge entstehen würde." Wer braucht schon eine Röntgenaufnahme, wenn Weihnachtserleuchtung erwünscht ist? (Quelle: "Apotheken-Umschau")

Freitag, 23. November 2007

Musikalische Stöpsel-Zombies

„Wo muss ich denn bitte aussteigen, wenn ich zum Stephansplatz kommen möchte“ fragte heute jemand freundlich in der Wiener U-Bahn einen jungen Burschen. Dieser schaute abfällig, griff dann langsam zu seinen Ohren, zog den Ohrstöpsel seines MP3-Players heraus und antwortete: „Was wollen Sie“? Zwei anderen Fahrgäste gaben dem Fragenden schnell die Antwort und der Ohrstöpfselträger stopfte sich sofort seine Musik wieder ins Ohr und war schon wieder geistig abwesend. In Wien´s öffentlichen Verkehrsmitteln geistern immer mehr solcher Zombies aus musikalischen Sphären herum, die ihre Mitmenschen, welche nur wenige Zentimeter neben ihnen stehen oder sitzen, gar nicht wahrnehmen. Stellen Sie sich vor, letztens wollte sich doch beinahe ein Fahrgast auf mich setzen, so weggetreten war er in seinem musikalischen Sinnesrausch. Gott sei Dank bemerkte er meine abwehrenden Hände noch rechtzeitig, denn meine Stimme konnte er ja nicht hören. Bis zum heutigen Ereignis hat es mich nicht gestört, dass jeder die Freiheit hat, in seinen Lauschern zu hören was, wann und wie laut er will. Aber heute hat es mir gereicht. Diese Freiheit geht ja bereits in Gefangenschaft über. Wie kann sich jemand von Kopfhörern soweit seiner Sinne berauben lassen, dass er seine Umwelt nicht mehr wahrnimmt?

Donnerstag, 8. November 2007

Abtanzen mit Kräuterpillchen?

Alles Bio, alles grün, alles natürlich...... alles? Scheint fast so! Denn selbst vor der Drogenwelt und in der Diskoszene macht der "Back-to-the-roots-Trend" nicht Halt. Synthetisches Ecstasy ist "out", Herbal Ecstasy "in" heißt es derzeit. Wer nun aber glaubt, dass die Kräuterpillchen gesünder seien als synthetische Drogen, der irrt gewaltig. Die aus Kräutern und Pflanzenextrakten hergestellten Pillen sind zwar meist straffrei und leichter im Internet erhältlich, aber deswegen noch lange nicht ungefährlicher als die verbotenen synthetischen Pillen. Im Gegenteil sogar: In den USA seien bereits 17 Menschen nach der Einnahme von aus Pflanzen hergestellte Drogen gestorben. Laut dem Institut für Suchtforschung an der Universität in Innsbruck hätten 800 Drogenkonsumenten zum Teil schwerste Vergiftungen erlitten, Nervenzusammenbrüche, Psychosen, Schlaganfälle und Herzinfarkte bekommen. Die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht versuche deshalb, die gefährlichen Pillen zu verbieten, schrieb vor kurzem das Magazin «Focus». Also bitte, auch wenn die versprochenen positiven Wirkungen wie Euphorie oder einer Steigerung der Sinnlichkeit verbunden mit sexueller Stimulierung noch so verlockend klingen mögen. Finger weg von natürlichen Pillchen oder Kapselchen wie beispielsweise Trance, Cloud 9, Rave Energy, Pulse, .....

Dienstag, 30. Oktober 2007

Kranke TV-Serien

Untertags flattern meist so viele medizinischen Pressemeldungen auf meinen Schreibtisch, dass ich manchmal froh wäre, am Abend nichts mehr darüber hören zu müssen. Dem ist aber nicht so. Denn neuerdings folgen mir medizinische Fachbegriffe sogar bis nach Hause - genauer gesagt bis auf meine Fernsehcouch! Denn meine Kinder gehören zu den über 6 Millionen Zuseher, die sich jede Sendung von „Dr. House“ reinziehen. Sagen Sie mal, kennen Sie diese Fernsehserie? Schnell beschrieben: Es handelt sich dabei um einen TV-Arzt, der ein besonderes Wissen und Gespür für die Diagnose außergewöhnlicher Krankheitsbilder hat. Und er verhält sich häufig seinen Patienten gegenüber respektlos und zynisch. Dem nicht genug. Sind auch noch seine Therapievorschläge provokativ. Kurz: Mir dreht es den Magen um, wenn ich die Sendung sehe. Doch meine Kinder lieben sie. Auf meine Frage „Warum?“ erklärten sie mir, dass sie es besonders lustig fänden, dass sie kein Wort verstehen würden. Und eigentlich aber doch. „Das ist wie in einem englischsprachigen Film, bei dem du nur anhand von Bilder verstehst worüber es geht. Bei Dr. House siehst du einen Hautfetzen, hörst ein kompliziertes medizinisches Wort dazu und weißt bescheid. Mami, ausserdem geht es gar nicht darum, ob der Patient wieder gesund wird. Sondern um ein Puzzle. Wenn der Arzt das Puzzle zu spät löst, stirbt der Patient. Das ist urspannend“ Naja, das ist ja nun nicht mehr wirklich weit entfernt vom realen Leben.

Dienstag, 23. Oktober 2007

Haben-Wollen

Neue Begriffe gibt es ja heute so viele. Am meisten beeindruckt mich dieses neuentstandene Wort ”Haben-wollen“, welches mir aber eigentlich so gar nicht liegen mag. Ein Hauch von Neid und Kommando weht da mit. Finden Sie nicht? Neulich las ich das Wort “Haben-Wollen sogar in einer Modezeitschrift, als Headline. Kurz - es geht darum, was man nicht hat, will man haben. Und wer will das nicht? Ich schon. Ich wüsst genug, was ich gerne haben will, was ich nicht habe. Und nicht haben kann. Ausserdem früher hieß es meist: „Ich würde so gerne das oder jenes haben?“. Zeiten ändern sich eben! Und in der Kürze liegt die Würze bekanntlich. Warum ich mir darüber Gedanken machte, fragen Sie sich jetzt vielleicht? Nun meine lieben Kinder nervten mich neulich echt ein wenig zu viel. Zu oft fielen die Worte "haben wollen“ und "ich will“ und zu oft gaben sie "ich will nicht“ von sich. Mir riss der Geduldfaden. Es folgte meine übliche für die Kinder nervende Moralpredigt. Abschließend sagte ich Ihnen, dass es Ihnen sichtlich viel zu gut gehen würde. Ernsthaft und nostalgisch erinnerte ich sie an die armen Kinder vor 100 Jahren, die hart arbeiten mussten und nichts zu essen und zum Anziehen hatten und nicht in die Schule gehen durften. "Aber Mami!“ konterte darauf meine Tochter schlagfertig. "Wer sagt denn, dass es uns heute gut geht? In 50 Jahren leben wir vielleicht noch viel besser und blicken auf heute zurück und sagen: "Mein Gott, wie arm wir doch damals waren“! Die kindliche Überlegung fand ich gar nicht so schlecht. Warum nicht? Zeiten ändern sich eben!

Montag, 1. Oktober 2007

Spurensuche mit GPS

„Siehst du! Hättest du dir jetzt ein Navi-Gerät angeschafft, würden wir hier nicht stehen“, sagte meine Schwester letztens, als wir zum Begräbnis unserer Tante fuhren und uns höllisch verfahren hatte. Der Friedhof war ja aber auch so ziemlich der Entlegenste, den ich je besuchen musste. Und meine Schwester fuhr mit mir in meinem Auto mit. Ihr Navigationsgerät war somit nicht da und mein guter, alter Stadtplan musste nun herhalten. Sogleich begann also eine wilde Diskussion unter uns beiden. Ja gut, sie hatte recht: Innerhalb weniger Jahre ist GPS alltäglich geworden. Und es stimmte, kaum jemand steigt heute noch ohne Navi ins Auto. Und auch Radfahrer und Wanderer möchten schon gar nicht mehr darauf verzichten. Und es ist ja toll, dass es mittlerweile sogar GPS-Tracker gibt, mit denen sich Schulkinder, Hunde, Autos oder Frachtcontainer problemlos verfolgen lassen. Also mag es ja schon sein, dass ich mit meinem Stadt-Land-Planer in Papierform altertümlich denke. Aber - ach! Hab ich Ihnen schon erzählt, dass meine Schwester ihr Auto deswegen nicht benutzen konnte und mit mir mitfuhr, weil irgendjemand Böser in der Nacht ihre Autoscheibe eingeschlagen hatte um das Navi-Gerät zu stehlen? Um ihr Auto und das Navi zu schützenl, muss sie nun das neue Gerät beim Aussteigen immer in der Handtasche verstecken. So läuft das eben heutzutage mit der Spurensuche. Infos: www.elektor.de

Sonntag, 23. September 2007

Zeit stehlen ist "in"

Pünktlichkeit ist die Kunst, richtig abzuschätzen, um wieviel sich der Andere verspäten wird. Stammt leider nicht von mir, sondern vom amerikanischen Entertainer Bob Hope. Könnte aber von mir stammen. In der derzeit herrschenden Zeitnot ist es nicht immer einfach pünktlich zu sein. Sie wissen doch - alles muss schnell gehen. Wir rasen durch den 24 Stunden Tag mit einem ernormen Tempo. Wer zu spät dran ist, hat bereits etwas verpasst. Die Zeitgewinner wie der Computer, das Internet, das Handy, die Fernsteuerung, das multifunktionale Küchengerät, der Suppenwürfel, die Klettverschlüße,.. sind im Vormarsch. Und haben dazu geführt, dass wir überall erreichbar, immerzu am Sprung und uns permament in Aktivität und Aufmerksamkeit befinden. Letztens ist mir aufgefallen, dass ich mich bei Terminen bereits kaum mehr langfrisitg festlegen will, um nicht dauernd aufwändig neu zu planen. Ich befinden mich also sozusagen stetig im "stand-by-modus", also im "stets zu Diensten"-Modus. Um meinen Energie- und Zeithaushalt zu schonen? Ja aber was bringt mir das denn alles? Ganz einfach: Noch weniger Zeit. Wo doch alle versprachen, dass die techischen Fortschritte uns das Leben vereinfachen würden. Ein Schmarrn ist passiert. Immer komplizierter wird das Leben. Also eigentlich sollte wirklich nicht nur auf Zigarettenschachteln, sondern auch auf vielen Geräten klar und deutlich stehen: "Dieses Gerät kann Ihnen werrtvolle Lebenszeit stehlen". Wie habe ich letztens in der September-Ausgabe der Zeitschrift "Psychologe heute" treffend dazu gelesen: "Es sieht danach aus, dass unser Leben eine Zeitsparveranstaltung wird. Aber es wäre fatal, wenn wir vergaßen, dass das Leben, wie es auch immer gelebt, wird, eine Veranstaltung mit tödlchem Ausgang ist."