Haben-Wollen
Neue Begriffe gibt es ja heute so viele. Am meisten beeindruckt mich dieses neuentstandene Wort ”Haben-wollen“, welches mir aber eigentlich so gar nicht liegen mag. Ein Hauch von Neid und Kommando weht da mit. Finden Sie nicht? Neulich las ich das Wort “Haben-Wollen sogar in einer Modezeitschrift, als Headline. Kurz - es geht darum, was man nicht hat, will man haben. Und wer will das nicht? Ich schon. Ich wüsst genug, was ich gerne haben will, was ich nicht habe. Und nicht haben kann. Ausserdem früher hieß es meist: „Ich würde so gerne das oder jenes haben?“. Zeiten ändern sich eben! Und in der Kürze liegt die Würze bekanntlich. Warum ich mir darüber Gedanken machte, fragen Sie sich jetzt vielleicht? Nun meine lieben Kinder nervten mich neulich echt ein wenig zu viel. Zu oft fielen die Worte "haben wollen“ und "ich will“ und zu oft gaben sie "ich will nicht“ von sich. Mir riss der Geduldfaden. Es folgte meine übliche für die Kinder nervende Moralpredigt. Abschließend sagte ich Ihnen, dass es Ihnen sichtlich viel zu gut gehen würde. Ernsthaft und nostalgisch erinnerte ich sie an die armen Kinder vor 100 Jahren, die hart arbeiten mussten und nichts zu essen und zum Anziehen hatten und nicht in die Schule gehen durften. "Aber Mami!“ konterte darauf meine Tochter schlagfertig. "Wer sagt denn, dass es uns heute gut geht? In 50 Jahren leben wir vielleicht noch viel besser und blicken auf heute zurück und sagen: "Mein Gott, wie arm wir doch damals waren“! Die kindliche Überlegung fand ich gar nicht so schlecht. Warum nicht? Zeiten ändern sich eben!
1 Kommentar:
Sehr gut! Muss auch einmal gesagt werden!
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