Dienstag, 30. Oktober 2007

Kranke TV-Serien

Untertags flattern meist so viele medizinischen Pressemeldungen auf meinen Schreibtisch, dass ich manchmal froh wäre, am Abend nichts mehr darüber hören zu müssen. Dem ist aber nicht so. Denn neuerdings folgen mir medizinische Fachbegriffe sogar bis nach Hause - genauer gesagt bis auf meine Fernsehcouch! Denn meine Kinder gehören zu den über 6 Millionen Zuseher, die sich jede Sendung von „Dr. House“ reinziehen. Sagen Sie mal, kennen Sie diese Fernsehserie? Schnell beschrieben: Es handelt sich dabei um einen TV-Arzt, der ein besonderes Wissen und Gespür für die Diagnose außergewöhnlicher Krankheitsbilder hat. Und er verhält sich häufig seinen Patienten gegenüber respektlos und zynisch. Dem nicht genug. Sind auch noch seine Therapievorschläge provokativ. Kurz: Mir dreht es den Magen um, wenn ich die Sendung sehe. Doch meine Kinder lieben sie. Auf meine Frage „Warum?“ erklärten sie mir, dass sie es besonders lustig fänden, dass sie kein Wort verstehen würden. Und eigentlich aber doch. „Das ist wie in einem englischsprachigen Film, bei dem du nur anhand von Bilder verstehst worüber es geht. Bei Dr. House siehst du einen Hautfetzen, hörst ein kompliziertes medizinisches Wort dazu und weißt bescheid. Mami, ausserdem geht es gar nicht darum, ob der Patient wieder gesund wird. Sondern um ein Puzzle. Wenn der Arzt das Puzzle zu spät löst, stirbt der Patient. Das ist urspannend“ Naja, das ist ja nun nicht mehr wirklich weit entfernt vom realen Leben.

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