Donnerstag, 24. Mai 2007

GUT DRAUF IM MAI

RAUCHZEICHEN UND SEINE PROBLEME. Ein wahrhaft vielschichtiges Phänomen ist das Rauchen. Nicht nur weil sich derzeit Wirte und das Gesundheitsministerium streiten, wo in einem Lokal künftig Nikotin, Benzol, Formaldehyd und andere Rauchinhaltsstoffe wabern dürfen, sondern auch weil Experten von dem Risikofaktor mit dem größten Verlust an Lebenszeit sprechen. Die Österreichischen Schutzgemeinschaft für Nichtraucher spricht sogar von Österreich als Entwicklungsland im Bereich des Nichtraucherschutzes und der Tabakprävention. Und noch etwas: Rauchen sei die “größte Dauerepidemie“ aller Zeiten. Also ist das nicht unfair? Das heißt nun, dass die Influenza und die Vogelgrippe in Sachen Epidemie doch tatsächlich nie mithalten können? Also nur für den Fall dass sie kommen würden. Der Tabakrauch wird immer siegen? Wissen Sie eigentlich dass Nikotinabhängige Stressituationen und Panikattacken schlechter verarbeiten können? Das ist wissenschaftlich erwiesen. Und trotzdem werden solch grandiose Angstinszenierungen in die Welt gesetzt? Am 31.Mai steht uns wieder einmal der Weltnichtrauchertag bevor. Ich finde den sollten diejenigen feiern, für den der Tag gewidmet ist, nämlich den Nichtrauchern wie mir. Denn ehrlich: Dass Rauchen gesundheitliche Schäden bewirkt, ist heute so gut wie jedem bekannt, oder? Und ausserdem: Lob zieht einfach besser als Strafe.

"BLÜHT IHNEN ETWAS?" BEISPIELSWEISE DIE POLLEN. Eigentlich sollte ein Spaziergang in der freien Natur zu den schönsten Dingen der Welt gehören. Man bewegt sich, hat viel frische Luft und kann dazu noch die Sonne und den Geruch der Blüten genießen, die jetzt im Frühjahr besonders reichlich sprießen. Herrlich! Doch leider reagieren viele von uns darauf allergisch. Gerade nach dem milden Wintern wie in diesem Jahr. Denn dann blühen Bäume und Sträucher schon sehr früh. Die Augen brennen, die Nase juckt und läuft und der Niesreiz beutelt uns hin uns her und treibt uns die Tränen aus den Augen. Manche leiden sogar unter Atemnot. Kennen Sie das? Anfangs glaubt man noch, man hat sich eine “Sommergrippe“ eingefangen. Und ahnt gar nicht, dass die "Erkältung" pollenbedingt sein könnte. Damit wird Heuschnupfen aber verkannt, und deshalb nicht oder falsch behandelt. Also ab zum Arzt wenn Sie den Verdacht haben, dass sich der allergieauslösende Botenstoff Histamin bei Ihnen bemerkbar macht. Heuschnupfen ist immerhin die häufigste Allergieform. Antihistaminika können dagegen helfen. Denn aus einem unbehandelten Heuschnupfen kann leider auch ein allergisches Asthma entstehen.

FRAUEN UND IHRE SCHÖPFERISCHEN KRÄFTE. Interessant ist es, sich einmal mit den Inkas in den Anden auseinanderzusetzen. Obwohl die Spanier 1533 dieses Volk brutal zerstörten, ist doch ihre Kultur erhalten geblieben. Neben der bemerkenswerten Aspekten ihrer ausgeklügelten Wirtschaftsplanung, ihrem hoch entwickelten mathematischenn und technischen Wissen, war die Stellung der Frau erstaunlich. Frauen waren vollkommen unabhängig, nicht nur in finanzieller Hinsicht. Sie konnten auch für jeden Beruf entscheiden, von Priesterinnen, Kriegsherrinnen bis hin zu Regierungsoberhäupter. Hausarbeit wurde als Arbeit anerkannt und von der Gemeinschaft bezahlt. Mehr noch, Frauen wurden als Wiederverkörperung der Naturgottheit Pachamama (“Mutter Natur“) betrachtet, die sowohl über Weisheit als auch über Kreativität verfügt und den Respekt für die Natur versinnbildlicht. Wollen Sie mehr darüber erfahren? Eine ausgezeichnete Entdeckungsreise in die Anden, die uns auch die Möglichkeit eröffnet, die tolle Heilkunst der Inkas kennen zu lernen, bietet der Roman “Schattenfänger“ von Hernán Huarache Mamani, erschienen im btb Verlag. Vielleicht ein Muttertagsgeschenk?

KINDERKRANKHEITEN EINER MUTTER. Muttertag ist auch eine gute Gelegenheit auch mal die Beziehung der Kinder zu seinen Eltern zu durchleuchten. Oder die der Eltern zu den Kindern. Denn besonders zwischen Mütter und Töchter macht sich da ein besorgniserregender Trend breit. Essstörungen wie Magersucht und Bulimie sind längst nicht mehr nur Bedrohungen für Teenager und junge Leute. Ärzte beobachten zunehmend, dass auch "gestandene" Frauen zum unkontrollierten Hungern oder dem Wechsel von unmäßigem Essen und Erbrechen (Bulimie) neigen. "Die Konkurrenz zwischen Mutter und Tochter ist ein gewaltiges Thema", sagt der Vorstandsvorsitzende des Bundesfachverbandes für Essstörungen, Diplom-Psychologe Andreas Schnebel. Die Rollenanforderung, Mutter, Partnerin und Karrierefrau zu sein und gleichzeitig modern und im Trend zu bleiben, treibe viele Frauen in Hyperaktivität und Erschöpfung, fügt Prof. Dr. Matthias Lemke hinzu, Chefarzt und ärztlicher Direktor der Rheinischen Kliniken in Bonn. "Daraus können sich massive Essstörungen entwickeln. Manche Mütter fühlen sich als Frau infrage gestellt, wenn sie die Jungmädchenfigur der Tochter beobachten.“

WASCHMITTEL SCHREIBT GESCHICHTE. Die Rollenanforderungen der Frauen haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Anhand des 100jährigen Jubiläums des Waschmittels wurde dies recht gut dokumentiert. Bis zu dieser Erfindung war das Reinigen der Wäsche über Jahrhunderte hinweg eine der schwersten und langwierigsten Hausarbeiten. Erst das Einweichen in Seifenlauge, dann ausgiebiges Kneten und Reiben waren nötig, um den Schmutz aus den Stoffen zu lösen. Anschließend musste die Wäsche gespült, ausgewrungen, getrocknet und im Sonnenlicht gebleicht werden. Diese aufwändige Arbeit konnten sich Hausfrauen erst Anfang des 20. Jahrhunderts sparen. Am 6. Juni 1907 brachte die Firma Henkel & Cie. aus Düsseldorf das weltweit erste selbsttätige Waschpulver auf den Markt. Es enthielt den Bleichstoff Perborat, der dafür sorgt, dass Sauerstoff im Wasser aufperlt und die Schmutzpartikel aus den Fasern entfernt. Das neue Waschmittel erhielt einen Namen, der auf zwei seiner wichtigsten Grundstoffe zurückgeht: Aus Perborat und Silikat wurde Persil. Die Weltneuheit wurde zu einem Markterfolg. Wie gibt es das, dass eine Marke so viele Jahre erfolgreich ist? Weil die Experten für Reinheit vor allem an einer Tradition fest halten - dem Wandel. Seit 100 Jahren hat Persil immer weiter an Verbesserungen und seiner Weiterentwicklung gearbeitet um den Anspruch, das beste Waschmittel seiner Zeit zu sein, gerecht zu werden. Das Erfolgsrezept heißt somit: Persil bleibt Persil, weil Persil nicht Persil bleibt. Darum blickt die Marke auch zum Jubiläum nach vorn. Das Jahr 2007 hat sie unter ein wegweisendes Motto gestellt: "Persil 100 Jahre - Rein in die Zukunft".

REIN IN DIE ZUKUNFT, RAUS AUS DER VERGANGENHEIT. Regisseur Dani Levy bekam eine "Tsunamiwelle der Kritik" für seine Hitler-Komödie "Mein Führer". Damit hatte er aber bereits im Vorfeld gerechnet. Denn Hitler als Komödie ist nicht für Jedermann/frau leicht zu verkraften. Freilich kann der Film an der Katastrophe Hitler nichts mehr ändern, doch hat er es geschafft, mit dem Film neue Bilder zu schaffen. Wie geht es Ihnen denn damit? Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, dass ich selber nur ganz wenige Menschen der Kriegsgeneration persönlich getroffen habe, die ihr Schweigen über die Gräuel der Vergangenheit durchbrechen konnten. Meine Eltern, Großeltern, Tanten und Onkeln haben alle unter den Verlusten dieser Zeit furchtbar gelitten. Tränen standen allen sofort in den Augen, sobald wir als Kinder mit ihnen sprechen wollten. Nie konnte eine Diskussion mit meiner Mutter, die ihren Vater in den letzten Kriegstagen in Russland verlor, emotionslos verlaufen. Wann immer in meiner Familie der Name Hitler gefallen ist, hangen die Schmerzen der Vernichtung und die Bilder des Holocaust des Nationalsozialismus daran. Als ich vor wenigen Tagen meine Tochter den “2. Weltkrieg“ für einen Geschichtetest abprüfte, fiel mir auf, dass sich erst unsere heutigen Kinder mit den Gräuel unserer Vorfahren neutral und wertfrei auseinandersetzen können. Trocken meinte meine Tochter zu Hitler: “Der hat ja echt einen Voll-Huscher gehabt. Der schaut ja schon auf den Fotos so wahnsinnig und schirch aus. Schrecklich dass ich so etwas lernen muss. So etwas könnte heute nie mehr passieren, da würden wir alle aufpassen.“ Ja! Das hoffen wir alle!

Montag, 7. Mai 2007

7 Kräuter für die schlanke Linie

Gegen Übergewicht sind mindestens sieben Kräuter gewachsen, die dabei helfen, dass man beim Abmagern nicht so viel Hunger leidet und die überflüssigen Kilos schneller dahinschmelzen: Löwenzahn bremst den Appetit, Brennnessel regt den Stoffwechsel (Grundumsatz) kräftig an, Liebstöckel, Thymian und Sellerie sättigen, Schachtelhalm treibt das Wasser aus und Fenchel reguliert die Verdauung.

LÖWENZAHN. Im Löwenzahn sind bisher die höchsten Mengen des Zuckerstoffes Inolin entdeckt worden. Dieses Inolin vermag offenbar übermäßigen Appetit nachhaltig zu bremsen, wie zahlreiche Beobachtungen gezeigt haben. Allerdings geht das Inolin im Löwenzahnsaft weitgehend verloren, weil es beim Pressen der Pflanzen in unlöslicher Form auskristallisiert. Man muss deshalb schon die frischen Blätter täglich als Salat essen.
Wenn man die Blätter selbst sammeln kann, dann ist unbedingt zu beachten: Nicht in unmittelbarer Nähe stark befahrener Straßen sammeln, sondern am besten auf etwas abgelegenen Wiesen und an Feldwegen. Die Blätter dürfen auch schon etwas größer sein. Man ist also nicht nur auf die ganz jungen Pflänzchen angewiesen. Die frisch gesammelten Blätter werden sehr sorgfältig unter flißendem Wasser gewaschen. Sie können dann wie ein normaler Salat angemacht werden, also mit Essig oder Zitronensaft, Pfeffer, Salz und Öl, aber auf alle Fälle – ohne Zucker.

BRENNNESSEL. Bei der Brennnessel sind die den Stoffwechsel ankurbelnden Wirkstoffe im Saft enthalten. Der Schweizer Pflanzenforscher Walther Schoenenberger konnte im Tierexperiment zeigen, dass durch Brennnesselsaft der Grundumsatz bis fast zur Verdoppelung gesteigert werden kann. Der Grundumsatz beträgt beim Erwachsenen durchschnittlich etwa 1.500 Kalorien, die auch verbraucht werden, wenn man nichts tut oder z. B. schläft. Aber nicht nur die Verbrennungsvorgänge werden gesteigert, sondern auch die Wasserausscheidung des Körpers wird angeregt. Es wird empfohlen, täglich drei bis vier Mal ein Likörglas Brennnesselsaft (Reformhaus) zu trinken.

LIEBSTÖCKEL, THYMIAN, SELLERIE. Diese drei Gewürzkräuter wirken vor allem geschmacksverstärkend. Der Geschmack der Speisen wird voller, das heißt, das Essen schmeckt gehaltvoller. Dadurch wird zumindest psychologisch das Gefühl der Sättigung unterstützt und gefördert. Meist ist es nämlich das Fett im Essen, welches den „vollen“ Geschmack vermittelt.
Mit den geschmacksverbessernden Gewürzen kann man also bis zu einem gewissen Grad einen höheren „Gehalt“ der Speisen an Nährstoffen vortäuschen. Liebstöckel und Sellerie wirken dabei zugleich auch leicht entwässernd, was bei jeder Abmagerungskur erwünscht ist. Der Thymian wirkt zugleich unerwünschten Gärungen im Darm entgegen, die vor allem dann leicht entstehen, wenn eine Diät zu eiweißreich wird.

SCHACHTELHALM. Der Ackerschachtelhalm wirkt – als Tee – harntreibend. Zugleich aber kräftigt er auch das Bindegewebe und fördert damit auch die Straffung der Haut, die ja bei Abmagerungskuren leicht erschlafft. Ganz ohne etwas Bewegung, in Form einer geeigneten „Bauch-Gymnastik“, geht es natürlich nicht.
Zum Beispiel: Auf dem Rücken liegen, die Beine hochheben und in der Luft „Rad fahren“. Oder: So oft wie möglich den Bauch für etwa 10 Sekunden lang stark einziehen und nur ganz langsam wieder loslassen. Auch bei schlaffem Magen dient der Schachtelhalm (Zinnkraut) als Kräftigung- und Umstimmungsmittel. Für einen Tee nimmt man drei Teelöffel voll des getrockneten Krautes auf eine Tasse Wasser. Dieser Tee muss für 30 Minuten köcheln. Für die Kur werden morgens eine bis zwei Tassen warm getrunken.

FENCHEL. Als Tee getrunken vertreibt der Fenchel Darmblähungen, stärkt Magen und Darm und beseitigt chronische Verstopfung. Wenn die Blähungen zu stark sind, kann man den Fenchel noch mit Kümmel mischen. Für den Tee nimmt man entweder reinen Fenchel oder eine Mischung von Fenchel und Kümmel zu gleichen Teilen, einen Esslöffel auf zwei Tassen kochendes Wasser und lässt zehn Minuten ziehen. Die zwei Tassen Tee können am Nachmittag und am Abend getrunken werden.

Diese 7-gesundheitswelten-7-Kräuterkur kann man mit jeder Abmagerungsdiät kombinieren. Sie ist aber auch eine ideale Frühjahrskur zur Ergänzung der normalen Ernährung: als Regeneration von Stoffwechsel und Verdauung rundum.

Samstag, 5. Mai 2007

Ganz Persönlich. Ratlose LehrerInnen

Anlässlich des bevorstehenden Muttertages kreisen mir so einige Gedanken im Kopf. Ist nicht Muttersein und Kindererziehung eine der wichtigsten Aufgaben in unserer Gesellschaft? Prägt sie nicht ganz wesentlich die Zukunft der Generation bzw. der Gesellschaft von morgen?
Als Elternvertreter in den Schulklassen meiner Kinder mache ich mir da derzeit so meine Sorgen. Viele Lehrerinnen und Lehrer leiden unter zu großen Klassen und zu kleinen Klassenräumen, mit schlechter und beschmutzter Ausstattung. Dann die ständigen neuen Vorgaben und Vorschriften der Vorgesetzten und Behörden (Berichtswesen, usw.). Aber das Riesenproblem: Die Anzahl der Problemschüler bzw. extrem schwierigen Schüler nimmt stetig zu.
Viele Lehrerinnen und Lehrer fühlen sich eingeengt in ihren erzieherischen und fachlichen Freiheiten und verstehen das Schülerverhalten nicht mehr: Fehlzeiten, Faulheit, Motivationslosigkkeit, Zwischenrufe, Nichtaufpassen, Nervereien, Disziplinlosigkeit, Nicht-gemachte-Hausaufgaben, fehlendes Arbeitsmaterial, Missachtung ihrer Anweisungen und eine unausstehliche Lautstärke. Professionelle Hilfe und Unterstützung und besonders Zeitreserven würden oftmals fehlen.
Also ehrlich, mit den Diskussionen rund um die Gesamtschule reden wir da aber ordentlich am Problem vorbei. Das Gebot der Stunde ist es doch mal die Anhebung des gesellschaftlichen Stellenwertes der Kindererziehung in Betracht zu ziehen.

Mittwoch, 11. April 2007

Gut drauf im April

Mehr als zehn Billionen Zellen, rund 200 Knochen und 400 Muskeln – daraus bestehen wir. Kaum zu glauben. Genial! Das muss man sich mal vorstellen. Was da für ein Wunder in jedem von uns steckt. Und funktioniert. Dank Sinnesorganen, Nerven, Gehirn und Hormonsystem orientieren wir uns in unserer Welt und steuern sämtliche Körperfunktionen. Nach außen grenzen wir uns gegen Mikroben, schädliche Stoffe und Wärmeverlust durch eine Schicht aus Haut und Haaren ab. Mit unserem Immunsystem wehren wir uns gegen Bakterien, Viren oder Parasiten. Und wenn wir durch eine Wunde oder einen Knochenbruch beschädigt werden, dann reparieren wir uns einfach selbst. Fünf Liter Blut pumpen wir jeden Tag mehr als tausendmal durch unseren Körper. Und 100 Milliarden Nervenzellen ermöglichen rund 100 Billionen Verbindungen und 1000mal mehr Zellen wirken zusammen. Das sind mehr als die Milchstraße Sterne besitzt. Klingt komplett, komplex und kostbar.....

Vielleicht eine Spur zu komplett, zu komplex und zu kostbar. Wie anders lässt es sich sonst erklären, dass wir uns die Frage nach der Rentabilität unserer Vermehrung stellen müssen? “Jedes Jahr, dass eine Frau die Geburt des ersten Kindes verzögert, lässt die Einkünfte der Frau um zehn Prozent ansteigen“ so eine rationale und wertfreie Studie der University of Virginia USA). Denn kinderlose Frauen arbeiten um fünf Prozent länger und sind daher besser im Job und kommen damit auch in den Genuss eines kontinuierlichen Gehaltsanstieges. Egal ob ungewollt oder gewollt nicht-schwanger: Finanziell gesehen haben Frauen die später oder gar nicht schwanger werden, davon profitiert, so die Studie. Kurzum: Weibliche Familiengründung darf als wirtschaftliche Fehlentscheidung angesehen werden. Ein komplexer Gedanke in unserem menschlichen Dasein: Wenn wir so genial sind, uns aber nicht mehr fortpflanzen, bleiben wir zwar wirklich kostbar. Aber das dafür komplett! Womit komplett, komplex und kostbar gleich komisch klingt.

Was täte der sichtlich vielseitige Anfangsbuchstabe “K“ ohne dem Wörtchen “Karriere“. Sie ist es, nach der Unzählige von uns streben, hart an der “Marke ICH“ arbeiten und keine Möglichkeit für Kinder sehen. Mal ehrlich, wie soll denn das auch funktionieren. Kinder brauchen nicht nur Zeit und Geld, auch jede Menge Energie. Das Risiko ist außerdem groß, dass der Nachwuchs sich dann gar nicht so entwickelt, wie man es á la Erfolgsrezept Cola, Waschmaschine, Luxusauto und Co. geplant hat. Wenn man sich als Marke in den ICH-Branding-Prozeß am Arbeitsmarkt verkaufen will, stört Kinderzeugung und Familiengründung die EigenPR empfindlich. Spitzenleistungen anbieten, markant sein, sich von seinen Mitbewerbern unterscheiden, sich “on top fo mind“ halten, also ganz oben in der Liste in den Hirnen der anderen - das baut man in unserer Welt durch Leistung im Job auf und nicht durch Windel wechseln. Also kurz: Wer eine klare Markenpersönlichkeit haben will, der muss mehr aus sich machen. Und damit ist nicht die Zellteilung in Form von Babybauch gemeint. Die schräge Idee, für die Marke Mensch Public Relations im Dienste von Erfolg und Ego betreiben, die stammt aber nun nicht von mir. Ich habe ja zwei Kinder relativ früh bekommen und glauben Sie mir: Wenn Selbstmarketing durch Kinderzeugung möglich wäre, wüsste ich es sicherlich. Das Stückchen Gedanken stammt aus dem Buch “Die Marke ICH® “ von Conrad Seidl und Werner Beutelmeyer, erschienen im Redline Wirtschaftsverlag.

Apropos Selbsthilfeprogramm für mehr Power. Gehen Sie doch einmal auf Spurensuche nach “Energie-Vampiren“. Maryan Stone gibt in ihrem gleichnamigen Buch (erschienen im Integral Verlag) gute Fahndungstipps nach Energieräubern. Wer die sind? Nein, nicht Draculas Urenkel. Sondern Menschen, Orte oder Situationen, welche uns unsere Energievorräte anzapfen und schrumpfen lassen. Bis man sich “ausgesaugt“ fühlt. Niedergeschlagen, lustlos, ständig müde, mit anderen Worten es fehlt uns die nötige Energie. Kennen Sie das? Manchmal ist es der ständig nörgelnde Nachbar, ein anderes Mal die intrigante Arbeitskollegin und mitunter auch der eigene Lebenspartner. Da Energie-Sauger meistens subtil und völlig ohne spitze Beißerchen zuschlagen, wird der Angriff auf ihre kostbare Lebensenergie von den Opfern erst einmal nicht so bewusst wahrgenommen. Je nach Charakter sie es abgesehen haben, verwenden die Vitalitätsdiebe verschiedene Methoden auf ihren Raubzügen. Besonders häufig energetisch zur Ader gelassen werden verständnisvolle Idealisten, gutgläubige Sinnsucher, selbstlose Helfer, Schüchterne und ausgeprägte Träumer-Naturen. Haben Sie nun Lust bekommen, das Beuteschema der Alltags-Nosferatus kennen zulernen? Dann sollten Sie sich das unterhaltsame Buch der Australierin zur Gemüte führen.

Lassen Sie sich durch meine Buchtipps ein wenig den Lesekopf verdrehen. Immerhin steht in dem Monat am 23. April ein besonderer Tag bevor. Der Welttag des Buches. Nichts also für Lesemuffeln. Obwohl es diese meiner Meinung nach sowieso nicht gibt. Lesemuffel wird oder bleibt man nur, wenn man noch nicht die richtigen Bücher für sich gefunden hat. Eine Buchklassikerin, welche vielen, vielen Kindern den Einstieg in die Buchwelt ermöglicht hat und es noch immer tut, ist “Die Nöstlinger. 1970 schrieb Christina Nöstlinger als Mutter zweier Töchter ihr erstes Kinderbuch “die feuerrote Friederike“. Dieses wurde auf Anhieb ein Erfolg. Seither sind über hundert Titel von ihr erschienen und in viele Sprachen übersetzt worden. Meine Kinder sind bereits die dritte Generation von Nöstlinger-Lesern und bei uns kugeln jede Menge Bücher von ihr herum. Bücher, in denen sie die Wirklichkeit mit all ihren Freuden, Sorgen und Nöten so schildert, dass sich sowohl Kinder wie auch Erwachsene ernst genommen fühlen. Bücher, in denen sie schwerwiegende Probleme behandelt, verzwickte Familienverhältnisse, Scheidung und Ehekrise, Frustration und Flucht, Frauen- und Männerrollen, Schulprobleme, Umweltschutz und immer wieder ein Plädoyer für die Selbstbestimmung des Kindes hält. Nie fehlen bei ihr der köstliche Humor und die Ironie und ihre einzigartige Sprache mit den vielen Wortschöpfungen und Neuzusammensetzungen. Christine Nöstlinger hat mit ihren Büchern etwas geschafft, was gar nicht so einfach ist. Sie wollte, dass ein Erwachsener auch etwas von der Geschichte hat, die er seinen Kindern vorliest. (Info: HYPERLINK "http://www.welttagbuch.at" www.welttagbuch.at)

Können Sie sich noch an den “Dschi-Dschei-Wischer-Dschunior“ von Christine Nöstlinger erinnern? Seine kleinen wie die großen Sorgen und Nöte begleitete ganz Österreich täglich morgens im Jahr des Kindes 1979. Die Aussprüche des jungen “Wischers“durchs Radio wurden jedoch nicht immer nur goutiert. Ließ er doch den Mythos vom immer seeligen Kind und den stets perfekten Eltern mit einer lustigen Frische links liegen. Das ist nun schon wieder paar Jährchen her. Und schwups, schon befinden wir uns in einer vollkommen anderen Welt. Einer Vernunftgesteuerten und klar definierbaren. Computer, Technik, weltweite Netzwerke – alles ist in geregelten Bahnen. Bei so viel Logik könnte man glatt meinen, dass Magie und Mystik nur noch in Form von Glückskeksen oder japanischen Bambusgewächsen vorkommen. Weit verfehlt. Immer mehr Menschen tragen gerne "bedeutungsvolle" Armreifen, Piercings oder Halsketten. Bücher über vergangene Kulturen, Zauber, Rituale, Hexen und Esoterik boomen. Vielleicht als mystischen Gegenpol zur allzu vernünftigen Welt? Je rationaler unsere Gesellschaft wird, desto größer scheint die Sehnsucht nach dem Geheimnisvollen zu werden.

Unsere Gesellschaft verändert sich derzeit verdammt schnell. Erschreckend schnell. Wenn man es genau betracht. Trendforscher Joseph Scheppach vom Zukunftsinstitut Matthias Horx drückte es so aus: “Um die nächste Hürde der Informationsgesellschaft bewältigen zu können, benötigen wir ein neues Verständnis der kulturellen und sozialen Dimension von Technik. Eine Evolution von High Tech zu Smart Tech.“ Was das ist? Kommunikationsfähigkeit und der Umgang mit Menschen. Das rät der Forscher jungen Menschen sich anzueignen. Es sei das Wichtigste, denn die fachlichen Qualifikationen wird ein junger Mensch hinkriegen. Viel wichtiger sei es mit Menschen reden zu können, so Scheppach. Tut das nicht gut, das zu hören? Ich dachte echt schon, schön langsam übernehmen klappernde Automaten sämtliche Funktionen von Menschen. (SN)

So abwegig ist das nicht. Sprachmodule machen auch das schon möglich. So kann die Kafeemaschine heute schon nach meinen Wünschen fragen: "Espresso, Kaffee oder Durstlöscher". Nach verrichteter Arbeit verabschiedet sich der Automat mit einem freundlichen "Lassen Sie es sich schmecken". Oder Ärzte können mittels Sprachsteuerungen Einstellungen am Monitor von Operationsgeräten vornehmen. Kinder lernen die Sprache mittels Massenchip in cleveren interaktiven Spielzeugen. Und über Bahnverbindungen informieren Sprachcomputer präzise, geben Kinotipps, nehmen Bestellungen entgegen, beraten Kunden kompetent bei der Installation technischer Geräte, erfassen Zählstände, servieren Tickets, vergeben sichere Passwörter oder erinnern Schuldner an ausstehende Zahlungen. Sie sehen, rund um die Uhr sind die flinken Helfer bereits heute im Einsatz. Also keine Hirngespinste.

Geräusche sind damit in unserer technisierten Welt allgegenwärtig. Viele fallen uns schon gar nicht mehr auf: Der Verkehr, die vielen kleinen und großen technischen Hilfsmittel, die unser Leben erleichtern sollen. Und nicht zu vergessen: die Freizeitaktivitäten: Sie alle bilden einen grenzenlosen Lärmteppich und zählen zu den ältesten der Umweltproblemen unserer Tage, welche von breiten Bevölkerungsschichten wahrgenommen und beklagt wird. Während langer Zeitspannen hatte der Urmensch nur die Geräusche der Natur auszuhalten. Es traten Geräusche sehr hoher Lautstärke auf. Doch sie waren meistens verknüpft mit lebensbedrohenden Vorgängen, z.B. dem Gebrüll von Raubtieren, Sturm, Hochflut, Blitzschlag oder Erdrutsch. Lärm bedeutete Gefahr und erregte Angst. Der Philosoph, Pädagoge und Psychologe Eduard Spranger meinte einmal dazu: “In den letzten Jahrzehnten verstärkt sich die Intensität der nahezu pausenlos auf uns einwirkenden Geräusche dermaßen, dass man die völlige Vernichtung unseres geistigen Lebens befürchten muss!“ Warum ich Ihnen darüber berichte, fragen Sie sich nun vielleicht? Weil am 20. April 2007 der “Tag gegen Lärm“ stattfindet. Er sollte uns daran erinnern: Ruhe ist ein Grundbedürfnis für Wohn- und Lebensqualität, Erhaltung der Gesundheit und Vitalität. Und sollte eigentlich als Grundrecht in jedem Umwelt- und Parteiprogramm stehen, ebenso wie der Schutz der Flora und Fauna.