GUT DRAUF IM MAI
RAUCHZEICHEN UND SEINE PROBLEME. Ein wahrhaft vielschichtiges Phänomen ist das Rauchen. Nicht nur weil sich derzeit Wirte und das Gesundheitsministerium streiten, wo in einem Lokal künftig Nikotin, Benzol, Formaldehyd und andere Rauchinhaltsstoffe wabern dürfen, sondern auch weil Experten von dem Risikofaktor mit dem größten Verlust an Lebenszeit sprechen. Die Österreichischen Schutzgemeinschaft für Nichtraucher spricht sogar von Österreich als Entwicklungsland im Bereich des Nichtraucherschutzes und der Tabakprävention. Und noch etwas: Rauchen sei die “größte Dauerepidemie“ aller Zeiten. Also ist das nicht unfair? Das heißt nun, dass die Influenza und die Vogelgrippe in Sachen Epidemie doch tatsächlich nie mithalten können? Also nur für den Fall dass sie kommen würden. Der Tabakrauch wird immer siegen? Wissen Sie eigentlich dass Nikotinabhängige Stressituationen und Panikattacken schlechter verarbeiten können? Das ist wissenschaftlich erwiesen. Und trotzdem werden solch grandiose Angstinszenierungen in die Welt gesetzt? Am 31.Mai steht uns wieder einmal der Weltnichtrauchertag bevor. Ich finde den sollten diejenigen feiern, für den der Tag gewidmet ist, nämlich den Nichtrauchern wie mir. Denn ehrlich: Dass Rauchen gesundheitliche Schäden bewirkt, ist heute so gut wie jedem bekannt, oder? Und ausserdem: Lob zieht einfach besser als Strafe.
"BLÜHT IHNEN ETWAS?" BEISPIELSWEISE DIE POLLEN. Eigentlich sollte ein Spaziergang in der freien Natur zu den schönsten Dingen der Welt gehören. Man bewegt sich, hat viel frische Luft und kann dazu noch die Sonne und den Geruch der Blüten genießen, die jetzt im Frühjahr besonders reichlich sprießen. Herrlich! Doch leider reagieren viele von uns darauf allergisch. Gerade nach dem milden Wintern wie in diesem Jahr. Denn dann blühen Bäume und Sträucher schon sehr früh. Die Augen brennen, die Nase juckt und läuft und der Niesreiz beutelt uns hin uns her und treibt uns die Tränen aus den Augen. Manche leiden sogar unter Atemnot. Kennen Sie das? Anfangs glaubt man noch, man hat sich eine “Sommergrippe“ eingefangen. Und ahnt gar nicht, dass die "Erkältung" pollenbedingt sein könnte. Damit wird Heuschnupfen aber verkannt, und deshalb nicht oder falsch behandelt. Also ab zum Arzt wenn Sie den Verdacht haben, dass sich der allergieauslösende Botenstoff Histamin bei Ihnen bemerkbar macht. Heuschnupfen ist immerhin die häufigste Allergieform. Antihistaminika können dagegen helfen. Denn aus einem unbehandelten Heuschnupfen kann leider auch ein allergisches Asthma entstehen.
FRAUEN UND IHRE SCHÖPFERISCHEN KRÄFTE. Interessant ist es, sich einmal mit den Inkas in den Anden auseinanderzusetzen. Obwohl die Spanier 1533 dieses Volk brutal zerstörten, ist doch ihre Kultur erhalten geblieben. Neben der bemerkenswerten Aspekten ihrer ausgeklügelten Wirtschaftsplanung, ihrem hoch entwickelten mathematischenn und technischen Wissen, war die Stellung der Frau erstaunlich. Frauen waren vollkommen unabhängig, nicht nur in finanzieller Hinsicht. Sie konnten auch für jeden Beruf entscheiden, von Priesterinnen, Kriegsherrinnen bis hin zu Regierungsoberhäupter. Hausarbeit wurde als Arbeit anerkannt und von der Gemeinschaft bezahlt. Mehr noch, Frauen wurden als Wiederverkörperung der Naturgottheit Pachamama (“Mutter Natur“) betrachtet, die sowohl über Weisheit als auch über Kreativität verfügt und den Respekt für die Natur versinnbildlicht. Wollen Sie mehr darüber erfahren? Eine ausgezeichnete Entdeckungsreise in die Anden, die uns auch die Möglichkeit eröffnet, die tolle Heilkunst der Inkas kennen zu lernen, bietet der Roman “Schattenfänger“ von Hernán Huarache Mamani, erschienen im btb Verlag. Vielleicht ein Muttertagsgeschenk?
KINDERKRANKHEITEN EINER MUTTER. Muttertag ist auch eine gute Gelegenheit auch mal die Beziehung der Kinder zu seinen Eltern zu durchleuchten. Oder die der Eltern zu den Kindern. Denn besonders zwischen Mütter und Töchter macht sich da ein besorgniserregender Trend breit. Essstörungen wie Magersucht und Bulimie sind längst nicht mehr nur Bedrohungen für Teenager und junge Leute. Ärzte beobachten zunehmend, dass auch "gestandene" Frauen zum unkontrollierten Hungern oder dem Wechsel von unmäßigem Essen und Erbrechen (Bulimie) neigen. "Die Konkurrenz zwischen Mutter und Tochter ist ein gewaltiges Thema", sagt der Vorstandsvorsitzende des Bundesfachverbandes für Essstörungen, Diplom-Psychologe Andreas Schnebel. Die Rollenanforderung, Mutter, Partnerin und Karrierefrau zu sein und gleichzeitig modern und im Trend zu bleiben, treibe viele Frauen in Hyperaktivität und Erschöpfung, fügt Prof. Dr. Matthias Lemke hinzu, Chefarzt und ärztlicher Direktor der Rheinischen Kliniken in Bonn. "Daraus können sich massive Essstörungen entwickeln. Manche Mütter fühlen sich als Frau infrage gestellt, wenn sie die Jungmädchenfigur der Tochter beobachten.“
WASCHMITTEL SCHREIBT GESCHICHTE. Die Rollenanforderungen der Frauen haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Anhand des 100jährigen Jubiläums des Waschmittels wurde dies recht gut dokumentiert. Bis zu dieser Erfindung war das Reinigen der Wäsche über Jahrhunderte hinweg eine der schwersten und langwierigsten Hausarbeiten. Erst das Einweichen in Seifenlauge, dann ausgiebiges Kneten und Reiben waren nötig, um den Schmutz aus den Stoffen zu lösen. Anschließend musste die Wäsche gespült, ausgewrungen, getrocknet und im Sonnenlicht gebleicht werden. Diese aufwändige Arbeit konnten sich Hausfrauen erst Anfang des 20. Jahrhunderts sparen. Am 6. Juni 1907 brachte die Firma Henkel & Cie. aus Düsseldorf das weltweit erste selbsttätige Waschpulver auf den Markt. Es enthielt den Bleichstoff Perborat, der dafür sorgt, dass Sauerstoff im Wasser aufperlt und die Schmutzpartikel aus den Fasern entfernt. Das neue Waschmittel erhielt einen Namen, der auf zwei seiner wichtigsten Grundstoffe zurückgeht: Aus Perborat und Silikat wurde Persil. Die Weltneuheit wurde zu einem Markterfolg. Wie gibt es das, dass eine Marke so viele Jahre erfolgreich ist? Weil die Experten für Reinheit vor allem an einer Tradition fest halten - dem Wandel. Seit 100 Jahren hat Persil immer weiter an Verbesserungen und seiner Weiterentwicklung gearbeitet um den Anspruch, das beste Waschmittel seiner Zeit zu sein, gerecht zu werden. Das Erfolgsrezept heißt somit: Persil bleibt Persil, weil Persil nicht Persil bleibt. Darum blickt die Marke auch zum Jubiläum nach vorn. Das Jahr 2007 hat sie unter ein wegweisendes Motto gestellt: "Persil 100 Jahre - Rein in die Zukunft".
REIN IN DIE ZUKUNFT, RAUS AUS DER VERGANGENHEIT. Regisseur Dani Levy bekam eine "Tsunamiwelle der Kritik" für seine Hitler-Komödie "Mein Führer". Damit hatte er aber bereits im Vorfeld gerechnet. Denn Hitler als Komödie ist nicht für Jedermann/frau leicht zu verkraften. Freilich kann der Film an der Katastrophe Hitler nichts mehr ändern, doch hat er es geschafft, mit dem Film neue Bilder zu schaffen. Wie geht es Ihnen denn damit? Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, dass ich selber nur ganz wenige Menschen der Kriegsgeneration persönlich getroffen habe, die ihr Schweigen über die Gräuel der Vergangenheit durchbrechen konnten. Meine Eltern, Großeltern, Tanten und Onkeln haben alle unter den Verlusten dieser Zeit furchtbar gelitten. Tränen standen allen sofort in den Augen, sobald wir als Kinder mit ihnen sprechen wollten. Nie konnte eine Diskussion mit meiner Mutter, die ihren Vater in den letzten Kriegstagen in Russland verlor, emotionslos verlaufen. Wann immer in meiner Familie der Name Hitler gefallen ist, hangen die Schmerzen der Vernichtung und die Bilder des Holocaust des Nationalsozialismus daran. Als ich vor wenigen Tagen meine Tochter den “2. Weltkrieg“ für einen Geschichtetest abprüfte, fiel mir auf, dass sich erst unsere heutigen Kinder mit den Gräuel unserer Vorfahren neutral und wertfrei auseinandersetzen können. Trocken meinte meine Tochter zu Hitler: “Der hat ja echt einen Voll-Huscher gehabt. Der schaut ja schon auf den Fotos so wahnsinnig und schirch aus. Schrecklich dass ich so etwas lernen muss. So etwas könnte heute nie mehr passieren, da würden wir alle aufpassen.“ Ja! Das hoffen wir alle!
2 Kommentare:
super wieder von ihnen zu lesen!
dagmar
Der Artikel "Rauchzeichen und seine Probleme" spricht mich sehr an.
Ich gehöre zu den Menschen die seelisch und körperlich darunter leiden wenn sie längere Zeit dem Rauch ausgesetzt sind und nicht ausweichen können.
Anfang Juni blieb mir aus diesem Grund nichts anderes übrig als eine neue Arbeitsstelle am zweiten Tag wieder aufzugeben. Ich hatte beim Vorstellungsgespräch nicht wegen des Rauchens gefragt, denn es wurde den ganzen Tag lang mit Papier gearbeitet und ich konnte mir nicht vorstellen dass am Platz geraucht werden darf.
Ich fragte ob ich einen eigenen Platz haben dürfte, weil ich mich zwischen den Rauchern nicht wohlfühlte. Es hieß: "Nein, denn das ist eine Teamarbeit und kann von einem alleine nicht gemacht werden, weil Adressen verglichen werden müssen".
Eine Kollegin sagte mir: "Wir Raucher sind eh schon so diskriminiert". Aber in dieser Firma war ganz eindeutig ich die "Diskriminierte" als Nichtraucherin.
Es mussten pro Tag einige Überstunden gemacht werden (Arbeitszeit von 6.30h bis 20.00h) und es gab nur eine Pause von 12.00h bis 12.30h.
Aber diese Zeit nahmen sich die Raucher auch nicht um etwas zu essen, sondern um eigentlich nur weiterzurauchen. Manche machen das mit Absicht, weil sie dann eben weniger zu sich nehmen (essen) müssen. Sie hätten sich das auch nicht nehmen lassen wenn sie ein paar kleine Pausen dazwischen gehabt hätten.
Fast hätte ich auch noch Schwierigkeiten mit dem AMS deswegen bekommen, nur weil ich mich getraut habe zu sagen: "Das halte ich nicht aus".
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