Samstag, 21. Juni 2008

Frauen und ihre Chips

Werbefuzzys haben das Thema schon massenweise verarbeitet: Männer und Frauen sind verschieden, die Evolution hat es so gewollt. So finde ich mich als Cyber-Wesen mit einem Multitasking-Betriebssystem in der heutigen Zeit zurecht. Zwar witzelte mein Sohn letztens "Achtung! Mami steht kurz vor dem Kurzschluß" als ich seine Wunde verarztete, nebenbei mit ihm über seine Hausaufgaben sprach, das Telefon klingelte, der Hund bellte, die Tochter "Jump-Style" zu lauter Musik übte und mir im Kopf der stressige Gedanke an den bevorstehenden Redaktionsschluss hängte. Aber Kurzschluss? Der ist leider nicht drinnen!

Männer sind da tatsächlich anders. Immerhin können sie gleichzeitig schlafen und schnarchen. Auch Nasenbohren und Autofahren. Aber noch rauchen? Da wirds dann schon ein wenig schwierig. Dazu noch einparken, daran will ich gar nicht denken
Ganz hart wird es dieser Tage mit der EM: Fernsehen, mit dem Haustier spielen und der Frau zu antworten? Da hängt nicht nur der Haussegen schief und es kommt zu einem "Kurzen" - wir sprechen gleich von einem Komplettausfall.
Nein ich will nicht unsachlich und ungerecht sein. Klar können Männer all das was Frauen auch können. Bloß sie wollen nicht oder brauchen nicht.
Angeblich hat ihnen die Natur daher auch den corpus collosum - das ist der Nervenstrang, der unsere Gehirnhälften miteinander verbindet - ein wenig dünner produziert. Dadurch können sich im corpus collosum der Frauen bis zu 30% mehr Verbindungen befinden als bei Männern und klappt der Informationsaustausch zwischen den beiden Gehirnhälften besser bei Frauen. 
Angeblich.... und angeblich fand dieser Austausch der weiblichen Computerstränge auf Bandnudelqualität in der Höhlenzeit bereits statt. Zwar gab es damals noch keinen PC, aber dafür wenig zu essen. Und während Männer auf der Jagd waren und sich nicht von ihrer Beute ablenken ließen und sich voll darauf konzentrierten, mussten Frauen in der Nähe ihrer Höhlen bleiben und auf viele Dinge gleichzeitig achten: Auf die Kinder, aufs Feuer, auf andere Frauen in der Umgebung und auf mögliche Angriffe von Tieren.
Also ehrlich, was heißt "angeblich"? Wir Frauen haben einfach oft gar keine andere Wahl als zu perfekten "Multitasking-Junkies" zu reifen.

Mittwoch, 18. Juni 2008

Coacht du mich? Oder ich dich? Oder coachen wir uns gegenseitig....

Jö, nun gibt es auch im Verkehr bereits ein Coaching.
Gerade eben haben es meine Ohren aus dem Radio vernommen, frisch aus dem Äther der Nachrichten.
Also nein, nicht doch das was Sie denken.
Verkehrscoaching findet auf der Straße statt. Und vermittelt dort die Gabe, bewusst Auto zu fahren und nebenbei noch Kraftstoff einzusparen. Eine Gabe, die bei den gestiegenen Kraftstoffpreisen gar nicht schlecht klingt. Blöd nur, dass ein solches Coachsemiar gleich so viel kostet wie ein ganzer Tank.
Aber was solls. Coaching ist eben so in, dass man dies nicht hinterfrage sollte und lieber nachdenken sollte, wo man überall gecoacht werden möchte. Denn nicht nur für Politiker und Unternehmer, Gewerkschaftsbosse und Bankdirektoren ist dies heutzutage wichtig, auch der kleine Mann von nebenan braucht heute schon einen Lebensreisebegleiter in Form eines Coaches.
Der Begriff "Coach“ stammt nämlich aus der englischen Sprache und bedeutet dort Kutsche. Dieser Begriff beschreibt also ein Instrument, das es Menschen ermöglicht, von einem an einen anderen Ort zu gelangen.
Coaching kann daher auch als Entwicklungsinstrument bezeichnet werden.
Vorbei sind also die komplizierten Zeiten, in denen wir noch unsere Familien, Freunde und Kollegen fragen mussten, wenn wir nicht mehr weiter wussten. Auch die Pfarrer oder Friseure, die stets einen guten Rat parat hatten und je nach Glauben und Gusto ihren hilfreichen Senf zu der Sache taten, haben ausgedient.
Heute ist guter Rat teuer, sehr teuer! Und hat daher gleich einen neuen Berufsstand ins Leben gerufen.
Dass die Sache nicht so einfach ist, zeigt sich sichtlich daran, dass es noch immer kein verbindliches Berufsbild mit Qualitätsstandards und Qualitätssicherungssysteme für Trainer und Coaches gibt.
Ich werde geduldig warten, denn es interessiert mich schon sehr, wie meine Authentizität nicht nur trainiert, sondern auch qualitätsmäßig gemessen werden kann.
Hoffentlich braucht es dazu dann keine Peitsche für den Kutscher - hoppala, ich meine Coacher.

Freitag, 30. Mai 2008

Gefühle-Stiefkind unserer Leistungsesellschaft

Haben sie schon mal über das Wort "Verhalten" nachgedacht?
Es ist ja eigentlich zusammengesetzt aus dem Tunwort "halten" und der Vorsilbe "ver".
Spätestens wenn man sich das mal durch den Kopf gehen lässt und in Beziehung mit unserem "inneren Ich" stellt, kommt eines zum Vorschein: Das einfache Wort "Verhalten" drückt das aus, wie wir mit uns selbst umgehen. Also wie Gefühle durch unseren Körper hinaus ins Leben wollen. Das passende lateinische Wort dazu nennt sich übrigens "Emotion", was sich von "emovere" ableitete und das bedeutet soviel wie "hinausschaffen" oder "hinausbewegen". Ist ja eigentlich genau das Gegenteil, nicht wahr? Daher hat es mir heute angetan, diesen Widerspruch "Ausleben" und "Verhalten" zu durchleuchten.
Wann sehen wir denn eigentlich wirklich jemanden, der seine freien, lebendigen Bewegungen zeigt? Der ungestüm und ausgelassen ist? Im Gegenteil: In der Kindheit werden wir bereits in Gehschulen verbannt und in der Jugendzeit auf auf die Stühle gesetzt. Brav haben wir doch alle trainiert, unseren Bewegungs- und Ausdrucksdrang zurückzuhalten. Also jubeln wir kaum mit dem ganzen Körper und der ganzen Stimme, wenn wir einen Erfolg verbuchen. Ja wir schämen uns davor zu zittern, wenn wir vor anderen eine Rede halten. Oder am Ende des Kinofilms zu weinen. "Mami du heulst doch nicht etwa, du bist echt peinlich" meinte sogar kürzlich meine Tochter zu mir als ich verheult aus aus einem Schnulzen-Kinofilm trat.
Furcht, Scham und Peinlichkeit prägen unsere öffentliches Verhalten - und damit unser Verhalten. Also unser verhaltenes Verhalten. Und das Unglaublichste daran ist: Dieses Verhalten kommt uns normal vor. Lebendiger Ausdruck erscheint uns dagegen abnormal.
Also auch wenn das Wort "Verhalten" sichtlich falsch in unserem gefühlsdusseligen Alltag positioniert ist, es ist wie es ist und es bleibt wie es bleibt: Gefühle wachsen erst mit einem entsprechenden körperlichen Ausdruck. Sonst sinds ja eben keine Gefühle mit lebendiger Bewegung, sondern eben nur ein Verhalten.

Sonntag, 25. Mai 2008

Frauen sind anders....

Bin ich froh, dass die Erde rund ist und die Hexenverbrennung erst kürzlich abgeschafft wurde.
Und dass wir Frauen heutzutage arbeiten dürfen - sogar als Ärztinnen.
Sichtlich wurden diese aber bis vor kurzem nicht ernst genommen. Denn vor wenigen Tagen haben wir Frauen "die medizinische Erkenntnisse aller Erkenntnisse" von der Österreichischen Gesellschaft für geschlechtsspezifische Medizin (ÖGGSM) präsentiert bekommen: "Frauen sind anders". Wie anders? Na der Unterschied zwischen Frauen und Männern beschränke sich nicht nur auf rein äußerliche Merkmale udn dem kleinen Unterschied zwischen den Beinen. Nein da gibt es mehr. Auch viele Medikamente entfalten beispielsweise bei Frauen eine andere oder verstärkte Wirkung als bei Männern. Und auch Krankheiten zeigen bei verschiedenen Geschlechtern oftmals eine unterschiedliche Symptomatik.
Univ.-Prof. Dr.in Jeanette Strametz-Juranek, Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie und Vorsitzende der Gesellschaft, betont vor allem den interdisziplinären Zugang dieser noch relativ jungen, aber zunehmend wichtigen, Disziplin: "Die Praxis beweist, dass zwischen Männern und Frauen signifikante Unterschiede bezüglich der medizinischen Versorgung bestehen. Dies schließt fast jeden Bereich mit ein. Aus diesem Grund ist es eine besonders wichtige Aufgabe unserer heutigen Gesellschaft eine fachübergreifende genderspezifische Aus- und Weiterbildung anzubieten und zu fördern."
In wissenschaftlichen Studien wurden somit bis vor kurzem geschlechtsspezifische Unterschiede komplett vernachlässigt. Die Ergebnisse aus Untersuchungen, in denen ausschließlich oder hauptsächlich Männern untersucht wurden, wurden einfach auf Frauen übertragen.
Heißt das nun, dass wir Frauen uns in Zukunft keinen falschen Bart mehr aufkleben und eine tiefe Stimme einsetzen müssen, wenn wir einen Arzt aufsuchen?
Ja tatsächlich! Wir dürfen endlich davon ausgehen, dass uns ein Arzt wie eine Frau und nicht mehr wie ein Mann behandelt.

Mittwoch, 14. Mai 2008

Genialer als jeder Computer...

sind wir Menschen. Wer das nicht glaubt, findet die Bestätigung auf der Ausstellung „Bodies“ im Wiener Gasometer City. Was da zu sehen ist, lässt einen das Blut in den Adern erstarren.
Wussten Sie beispielsweise, dass jeder einzelne Blutstropfen das Herz jede Minute einmal passiert und insgesamt über 100.000km Blutgefäße in unserem Körper vorhanden sind? Und dass unser Kreislaufsystem die Autobahn unseres Körpers ist? Das Blut darin transportiert alles, was unsere Zellen zum Leben benötigen. Das ist aber noch nichts gegen unser Nervensystem: Schneller als der leistungsfähigste Computer der Welt reguliert unser menschliches Nervensystem alle lebenswichtigen Funktionen des Körpers. Manche Gehirnzellen in Sekundenbruchteilen mit über 10.000 anderen Zellen eine Verbindung aufnehmen. Ein Blick auf unsere Hautzellen bringt uns noch weiter zum Staunen. Wie die Fasern eines Allwettermantels umhüllen sie uns. Das Keratin macht uns wasserdicht, die Blutgefäße, Schweißdrüsen und Haare regulieren dann nur noch unsere Körpertemperatur. Und dann erst der Verdauungstrakt: Wie eine der effizientesten Receyclinganlagen der Welt arbeitet dieses. Es zerlegt einfach die aufgenommene Nahrung und wandelt sie in für den Aufbau benötigten Stoffe und Energieträger um.
Jetzt sagen Sie aber nicht, dass Sie das alles bereits wussten?
Na gut, aber gesehen haben Sie es vielleicht noch nicht, oder?
Bis Ende August gibt es noch die einmalige Gelegenheit alles über die Anatomie unseres menschlichen Körpers zu erfahren. Die Ausstellung BODIS zeigt echte menschliche Körper und Organe, die durch eine spezielle Konservierungsmethode präpariert bzw. plastiniert wurden.
Mit Erstaunen und Ehrfurcht bin ich in diese seelenlose Welt der Körper eingetaucht.
(www.bodiesvienna.at, Tel. 0900 190 144 (53ct/min)

Montag, 5. Mai 2008

Kinder zu haben ist schön!

Darf ich denn überhaupt heute noch so laut von mir posaunen? Wo sich doch die „gute Hoffnung“ zunehmend verringert? Und Schwangerschaft, Geburt und die Pflege eines Säuglings heutzutage nur mehr als komplizierte Angelegenheit angesehen wird, welche Sorgen und Ängste weckt.
Je älter und selbstständiger meine eigenen Kinder nun werden, desto komischer wirken mir die Diskussionen rund um das Thema „Kinderkriegen“. Ist es nicht logisch, dass die Ankunft eines Winzlings den Alltag komplett umkrempelt und plötzlich alles größtenteils unplanbar macht?
"Es ist wahrlich nicht immer einfach mit einem solchen Kontrollverlust umzugehen", meint Paarberaterin und Diplompädagogin Ingrid Löbner dazu. "Genau das scheinen aber Frauen heute nicht mehr gelernt zu haben. Zu sehr sind beide Geschlechter in der Berufswelt verankert und die dort gültigen Kriterien wie Kontrollierbarkeit, Machbarkeit, Planbarkeit sind für junge Mütter bzw. das „neugeborene“ Paar plötzlich nicht mehr gefragt."
Worüber diskutieren wir eigentlich?
Dass Mutterwerden heißt, Kontrolle abzugeben? Eigene Wünsche hintanzustellen und auch mal nichts anderes zu schaffen als sich „nur“ um den Winzling mit seinen zunächst grenzenlosen, aller Planung entzogenen Bedürfnissen zu kümmern?
Die Natur hat sich etwas dabei gedacht, wie sie uns Frauen die Anlage gab, Mutter zu werden. Und sie gibt uns dafür auch viel zurück. Was? Eine Menge.
Aber wenn Sie Ihre Gesundheit planen und kontrollieren wollen, dann ein besonderes Zuckerl: Noch Jahrzehnte nach der Geburt befinden sich Zellen des Fötus in der Mutter und helfen ihr Krankheiten zu bekämpfen und gesund zu bleiben.

Mittwoch, 23. April 2008

Wir sind noch immer pandemisch?

Das Anti-Grippemittel Tamiflu gegen eine drohende Pandemie hat ein Ablaufdatum.
So wie alle Medikamente eben, ganz normal eigentlich.
Was jedoch nicht normal ist, ist die Menge über die wir hier reden:
Beinahe eine halbe Tonne davon hat beispielsweise das Land NÖ vor drei Jahren um 3,5 Millionen EUR gekauft und lagert seit dem in einem Keller. Groß muss der sein, der Keller. Alle Achtung.
In Wien sind es noch mehr. Um satte fünf Millionen EUR hat man sich da den Vorrat eingebunkert. Da muss der Keller noch größer sein.
Die Grünen sind in heller Aufregung, da das Medikament nur im Falle einer Grippe-Pandemie ausgegeben werden darf. Und sonst nicht. Dies wurde vertraglich so mit der Herstellerfirma ROCHE vereinbart.
Daher verrottet die Tabletten nun langsam in den großen Kellern und mutieren zu einer tickenden Sondermüll-Medikamenten-Bombe.
Die grüne NÖ.Landtagsabgeordnete Helga Krismer ist empört: "Wer dafür verantwortlich ist, war ohne Hausverstand".
Bekanntlich engagiert sich dieser nun für das Unternehmen BILLA, also kein Wunder.
Aber zurück zum Thema: Roche Manager Herbert Szwajor weiß sich zu helfen und verteidigt sich heute gegenüber der Zeitschrift KURIER: "Die Risikosituation hat sich nicht geändert. Die Pandemie-Gefahr besteht noch immer".
Wir sind noch immer pandemisch? Aber das wusste ich ja gar nicht? Sie etwa? Da laufen so viele medizinische News täglich über meinen Computer. Alle brennen darauf das Licht der Öffentlichkeit zu erreichen und eine der Wichtisten wird uns Journalisten und somit Ihnen liebe Leser verschwiegen?
Was mich aber noch mehr wundert: Wenn die Firma ROCHE das weiß, dann müsste sie aber auch wissen, "wie die Massen an Tamiflu-Tabletten entsorgt werden, wenn diese das Ablaufdatum erreichen". So lautete nämlich meine persönliche Anfrage an die Firma Roche aus dem Jahr 2006. Und auf die Antwort warte ich noch immer.