Dienstag, 30. Oktober 2007

Kranke TV-Serien

Untertags flattern meist so viele medizinischen Pressemeldungen auf meinen Schreibtisch, dass ich manchmal froh wäre, am Abend nichts mehr darüber hören zu müssen. Dem ist aber nicht so. Denn neuerdings folgen mir medizinische Fachbegriffe sogar bis nach Hause - genauer gesagt bis auf meine Fernsehcouch! Denn meine Kinder gehören zu den über 6 Millionen Zuseher, die sich jede Sendung von „Dr. House“ reinziehen. Sagen Sie mal, kennen Sie diese Fernsehserie? Schnell beschrieben: Es handelt sich dabei um einen TV-Arzt, der ein besonderes Wissen und Gespür für die Diagnose außergewöhnlicher Krankheitsbilder hat. Und er verhält sich häufig seinen Patienten gegenüber respektlos und zynisch. Dem nicht genug. Sind auch noch seine Therapievorschläge provokativ. Kurz: Mir dreht es den Magen um, wenn ich die Sendung sehe. Doch meine Kinder lieben sie. Auf meine Frage „Warum?“ erklärten sie mir, dass sie es besonders lustig fänden, dass sie kein Wort verstehen würden. Und eigentlich aber doch. „Das ist wie in einem englischsprachigen Film, bei dem du nur anhand von Bilder verstehst worüber es geht. Bei Dr. House siehst du einen Hautfetzen, hörst ein kompliziertes medizinisches Wort dazu und weißt bescheid. Mami, ausserdem geht es gar nicht darum, ob der Patient wieder gesund wird. Sondern um ein Puzzle. Wenn der Arzt das Puzzle zu spät löst, stirbt der Patient. Das ist urspannend“ Naja, das ist ja nun nicht mehr wirklich weit entfernt vom realen Leben.

Dienstag, 23. Oktober 2007

Haben-Wollen

Neue Begriffe gibt es ja heute so viele. Am meisten beeindruckt mich dieses neuentstandene Wort ”Haben-wollen“, welches mir aber eigentlich so gar nicht liegen mag. Ein Hauch von Neid und Kommando weht da mit. Finden Sie nicht? Neulich las ich das Wort “Haben-Wollen sogar in einer Modezeitschrift, als Headline. Kurz - es geht darum, was man nicht hat, will man haben. Und wer will das nicht? Ich schon. Ich wüsst genug, was ich gerne haben will, was ich nicht habe. Und nicht haben kann. Ausserdem früher hieß es meist: „Ich würde so gerne das oder jenes haben?“. Zeiten ändern sich eben! Und in der Kürze liegt die Würze bekanntlich. Warum ich mir darüber Gedanken machte, fragen Sie sich jetzt vielleicht? Nun meine lieben Kinder nervten mich neulich echt ein wenig zu viel. Zu oft fielen die Worte "haben wollen“ und "ich will“ und zu oft gaben sie "ich will nicht“ von sich. Mir riss der Geduldfaden. Es folgte meine übliche für die Kinder nervende Moralpredigt. Abschließend sagte ich Ihnen, dass es Ihnen sichtlich viel zu gut gehen würde. Ernsthaft und nostalgisch erinnerte ich sie an die armen Kinder vor 100 Jahren, die hart arbeiten mussten und nichts zu essen und zum Anziehen hatten und nicht in die Schule gehen durften. "Aber Mami!“ konterte darauf meine Tochter schlagfertig. "Wer sagt denn, dass es uns heute gut geht? In 50 Jahren leben wir vielleicht noch viel besser und blicken auf heute zurück und sagen: "Mein Gott, wie arm wir doch damals waren“! Die kindliche Überlegung fand ich gar nicht so schlecht. Warum nicht? Zeiten ändern sich eben!

Montag, 1. Oktober 2007

Spurensuche mit GPS

„Siehst du! Hättest du dir jetzt ein Navi-Gerät angeschafft, würden wir hier nicht stehen“, sagte meine Schwester letztens, als wir zum Begräbnis unserer Tante fuhren und uns höllisch verfahren hatte. Der Friedhof war ja aber auch so ziemlich der Entlegenste, den ich je besuchen musste. Und meine Schwester fuhr mit mir in meinem Auto mit. Ihr Navigationsgerät war somit nicht da und mein guter, alter Stadtplan musste nun herhalten. Sogleich begann also eine wilde Diskussion unter uns beiden. Ja gut, sie hatte recht: Innerhalb weniger Jahre ist GPS alltäglich geworden. Und es stimmte, kaum jemand steigt heute noch ohne Navi ins Auto. Und auch Radfahrer und Wanderer möchten schon gar nicht mehr darauf verzichten. Und es ist ja toll, dass es mittlerweile sogar GPS-Tracker gibt, mit denen sich Schulkinder, Hunde, Autos oder Frachtcontainer problemlos verfolgen lassen. Also mag es ja schon sein, dass ich mit meinem Stadt-Land-Planer in Papierform altertümlich denke. Aber - ach! Hab ich Ihnen schon erzählt, dass meine Schwester ihr Auto deswegen nicht benutzen konnte und mit mir mitfuhr, weil irgendjemand Böser in der Nacht ihre Autoscheibe eingeschlagen hatte um das Navi-Gerät zu stehlen? Um ihr Auto und das Navi zu schützenl, muss sie nun das neue Gerät beim Aussteigen immer in der Handtasche verstecken. So läuft das eben heutzutage mit der Spurensuche. Infos: www.elektor.de