Donnerstag, 2. Oktober 2008

Immer wieder und in den verschiedensten Situationen können wir Eltern uns doch die Frage stellen, ob "das Glas halbleer" oder "halbvoll" ist.
So auch in Sachen Scheidungsfolgen für Kinder.
Hier würde ich die Frage im Sinne unserer Kinder umformulieren in „gezeichnet fürs Leben“ oder „gewappnet für Stürme“?
Da ich mit meinen Kindern selbst eine Trennung erlebt habe und über mögliche negativen Folgen einer Scheidung bzw. einer Trennung mehr gehört habe, als mir lieb war, möchte ich mich auch einmal über die positiven Aspekten bzw. Lernprozesse, die eine Scheidung bei Kindern auslösen kann, äußern.
Positive Scheidungsreaktionen - das mag vielleicht wie ein Widerspruch in sich klingen und daher findet man über diese Wortkombination nur wenig in der Literatur.
Aus eigener Erfahrung kann ich jedoch sagen, dass die vorherrschende Auffassung, ein Paar möge wegen der Kinder zusammenbleibt, wie unglücklich sie auch sein mögen, einen ungünstige Hintergrund für die Entwicklung eines Kindes darstellt.
Was von vielen Scheidungsgegenern nicht beachtet wird, ist, dass Kinder weniger durch eine Trennung der Eltern verunsichert oder belastet werden, sondern eher durch die konfliktreiche Zeit davor.
Sodass sich eine Trennung durchaus positiv auf den Entwicklungsprozess des Kindes auswirken kann.
Kinder zeigen oft schon lange vor der Trennung ein auffälliges Verhalten, nur dass dieses den Eltern oft nicht bewusst ist.
In der Nachscheidungsphase stellen Betroffene erst dann bei den Kindern fest, dass es Auffälligkeiten gibt und beziehen diese auf die Scheidung.
Eine Scheidung stellt dann nur mehr den Schlußstrich unter einer belastenden Familiensituation dar und den Beginn einer Neuorganisation.
Untersuchungen zeigten, dass Kinder aus vollständigen, aber sehr konfliktbehafteten Familien gleiche Probleme wie Scheidungskinder haben.
Wohl aber haben hier die Kinder aus Scheidungsfamilien den Vorteil, dass durch die Trennung das Konfliktpotenzial verringert wird.
Daher - jede Wiederherstellung der Geborgenheit und Kontinuität führt bei Kindern dazu „gewappnet für Stürme“ zu sein, unabhängig wieviele Elternteile vorhanden sind.
Kinder brauchen Eltern, auf die sie sich verlassen können und das kann auch ein ruhiges Zuhause mit nur einem Elternteil bieten.

Montag, 15. September 2008

In 5 Tagen ist Weltkindertag....

In unserer Redaktion hängt ein ganz großes Schild, auf dem steht: „Erwachsene müssen Kinder beschützen und vor Schaden bewahren“.
Jeden Tag wenn ich ins Büro komme, lese ich es und stimme stumm zu.
Am 20. September - also in fünf Tagen - bekommt dieser Spruch meine noch größere Zustimmung:
Da ist nämlich Weltkindertag.
Die Gründerväter der Vereinten Nationen verfolgten mit der Einführung dieses Tages drei Ziele:
Neben dem Einsatz für Kinderrechte und der Förderung der Freundschaft unter den jungen Erdenbürgern sollten sich die Regierungen einmal im Jahr öffentlich verpflichten, die Arbeit des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen UNICEF zu unterstützen.
Die Idee stieß auch auf Zustimmung:
Bereits ein Jahr später beteiligten sich 40 Länder und 50 Jahre später bereits mehr als 145 Ländern.
Seit dem ersten Weltkindertag hat sich die Lage der Kinder weltweit verbessert.
Die Kindersterblichkeit hat sich in den letzten 30 Jahren halbiert.
Noch nie gingen so viele Kinder zur Schule wie heute.
Dennoch bleibt viel zu tun:
Fast ein Drittel der weltweit rund 2,1 Milliarden Kinder und Jugendlichen wächst in extremer Armut auf.
Noch immer sterben knapp elf Millionen Kinder, bevor sie das fünfte Lebensjahr vollendet haben, die meisten an vermeidbaren Krankheiten wie Masern oder Durchfall.
246 Millionen Mädchen und Jungen zwischen fünf und 17 Jahren schuften für Hungerlöhne, um das Überleben ihrer Familie zu sichern.
In Sri Lanka und im Norden Ugandas werden Kinder und Jugendliche noch immer als Kindersoldaten missbraucht.
Wir Erwachsene sollten uns stets bewusst machen, welche Verantwortung wir für unsere Kinder tragen!
Denn somanche seelische und körperliche Verletzung eines Mädchen oder Jungen macht die Rückkehr in ein normales Leben schwierig oder gar unmöglich. (Quelle: www.unicef.de)

Montag, 1. September 2008

Blödsinnige Artikeln

Heute las ich mein Lieblingsthema in einer Tageszeitung: Die HPV-Impfung. Der Konsum von Kaffee soll gegen den HPV-Virus helfen!

Und warum? Kaffee könne nämlich den Insulinanteil im Körper senken und dies könne auch das Risiko minimieren, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken. Das meinte das japanische Gesundheitsministerium aufgrund der Datenerhebung einer großen Studie. 
Also manche Journalisten verstehe ich nicht. Warum sie so einen Blödsinn nicht gleich im Papierkorb stopfen, sondern auch noch an die Leser weitergeben?
Ehrlich, solch ein Resultat kann doch kein Mensch bzw. kein Leser glauben? 
Niemand der einen gesunden Menschenverstand hat, kann doch das das ernst nehmen. 
Tun Sie das? Bitte sagen Sie nein. Denn wo würde bei solch einer Studie die Logik bleiben? Wieso soll so etwas überhaupt getestet werden? 
Wenn Sie wenigstens als Resultat geschrieben hätten, dass Frauen die drei Tassen Kaffee am Tag trinken, ein um 60 Prozent geringeres Gebärmutterhalskrebs-Risiko haben, weil sie rundum stressfreier und zufriedener leben und ihre Energie nicht dazu verwenden sich selbst abzukämpfen, sondern mit jeder Tasse Kaffee sich Gutes gönnen wollen und ordentlich Energie auftanken, und eigentlich und überhaupt...
Na, ich glaube ich muss schnell mal einen Kaffee trinken gehen und mich abreagieren.

Aber halt noch schnell: Was Sie lieber Leser mit als wahre und glaubhafte Information nehmen sollten: Eine Infektion mit HPV hat besonders bei Frauen unter 35 Jahren eine hohe Selbstheilungstendenz: 
Von 60 infizierten Frauen haben 59 die Infektion nach einem Jahr besiegt. Über 70 Prozent aller Frauen infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit diesen HP-Viren. Und 80 Prozent aller Infektionen bleiben unauffällig und heilen ohne Therapie ab. 
So und jetzt gehe ich gemütlich Kaffe trinken...

Freitag, 29. August 2008

Es geht um unsere Zukunft...

Heute geht es um unsere Zukunft. Wann geht es nicht darum, werden Sie vielleicht denken?
Und ja, da haben Sie schon recht. Es geht doch wirklich immer um unsere Zukunft.
Die Frage stellt sich nur, ob diese auch immer geplant werden muss und besonders kann? "Planung ist das halbe Leben", meinen die einen. Andere wie Winston Churchill oder Peter Ustinov meinen wiederum: "Planung bedeutet, den Zufall durch den Irrtum zu ersetzen" Also......! Was denn nun...? Das Thema verfolgt mich derzeit von allen Seiten. Nicht nur dass tagtäglich jede Menge Meldungen bei mir hier in der Redaktion einlaufen mit Prognosen zukunftsorientierter Unternehmen. Alle wollen erzielbare finanzielle Überschüsse und die genaue Planung dafür umfasst mehrere Jahre. Da gibt es nicht nur eine Planung, sondern auch eine Prognose, eng gekoppelt mit Zukunftsdaten wie Bewertungs-, Bilanzierungstichtag und Planungszeitraum. Privat hörte ich letztens auch einmal, dass ich chaotisch wäre und mir die Planung fehlen würde. Also jetzt mal praktisch gedacht:  Da ist doch jede Planung, gemessen an der später eintretenden Wirklichkeit, falsch.  Die Frage ist nur, wie falsch? Gibt es denn die richtige Balance von Planung und Chaos? Ja, die gibt es. Denn ganz ohne Planung geht es nicht. Doch ich bin überzeugt: Der derzeitige extreme Zukunftsplanungstrend ist zu viel des Guten. Im Hinterkopf sollten wir stets bedenken, dass die Zukunft einfach nicht immer planbar ist. Aber sie ist wünschbar und voll neuer Hoffnungen und Ideen. Und Ideenfabriken entstehen immer aus einem Nichts nach dem Motto "Probieren über Studieren" bzw. einem "Einfach-nur-wild-drauf-los", versehen mit einem Patzen an Kreativität, und die......die entsteht immer nur an der Grenze zum Chaos, ganz ohne Planung!

Also: Auf in unsere Zukunft!

(QUELLE: www.prime.co.at)

Montag, 28. Juli 2008

Bankhofer-Hype: Schreib oder stirb

“Leben ist das was passiert, während du gerade dabei bist, andere Pläne zu schmieden” , hat John Lennon zu Lebzeiten einmal wunderschön formuliert.
Und wir wissen selber alle, wie schnell im Leben sich alles ändern kann.
Quasi über Nacht.
So hat es nun auch Prof. Bankhofer erlebt. Nach langjähriger Zusammenarbeit mit dem WDR wurde er über Nacht plötzlich hinauskomplimentiert. Anonyme Blogger warfen ihm Schleichwerbung vor, dokumentierten den Vorwurf gekonnt aufbereitet auf Youtube und sendeten vor sechs Tagen das Datenmaterial an den ARD, WDR, Das Erste, den Presserat, Werberat und an die deutschen PR Gesellschaft eV, die sich um die Wahrung des PR Codices kümmert.
Quasi über Nacht und als Bankhofer erwachte, war bereits ein großer Bankhofer Hype im Gange.
Stündlich ein neuer Bericht, ein neuer Blog. Die Homepage von Prof. Bankhofer www.prof.bankhofer.at bzw. www.prof-bankhofer.de erlebt explosionsartige Zugriffe.
Dass er keine Stellungnahme zu den Schleichwerbungsvorwürfen auf seiner Homepage gibt, war zu erwarten. Wer ihn persönlich kennt, weiß wie traurig, enttäuscht und sprachlos gerade Bankhofer über die ganze Sache nun ist.
Traurig und enttäuscht auch viele seiner Anhänger, seine Gegner und Neider dagegen hoch erfreut.
Wer in der Öffentlichkeit steht, hat natürlich nicht nur Freunde, sondern auch Feinde.
Wer dazu noch in Sachen Gesundheit öffentlich Meinung bezieht, umso mehr. Besonders wenn seine Aussagen nicht ins Konzept der „Evidence-Based-Medicine (EBM)“ passen.
Bankhofers Gesundheitstipps haben wohl kaum etwas mit den medizinischen Schlagwörtern „Qualitätssicherung“ und „Health Technology Assessment“ am Hut.
Wissenschaftliche Medizin steht im krassen Gegensatz zu intuitiver und erfahrensbasierter Medizin wie irgendwelche Melissen-Kräuterchen.
Denn empirische Forschungen belegen ganz genau, wie und wann und warum unser Körper auf welches Medikament reagiert - und zu reagieren hat.
Und systematische Fehler liegen im medizinischen Erkenntnisprozess vor, wenn Zuwendung, Aufmerksamkeit, Optimismus, Hoffnung und Vertrauen plötzlich Heilungserfolge zeigen.
Ich arbeite seit mehr als 14 Jahren als Journalistin im Gesundheitsbereich und kann nur eines sagen: Schreib oder stirb, lautet das Motto.
Nicht nur unter Journalisten wie Bankhofer.
Sondern auch Menschen in akademischen Disziplinen wie Mediziner und Wissenschafter stehen seit einigen Jahren unter steigendem Publikationsdruck.

Montag, 21. Juli 2008

Schuld und Sünde und Beichte...

Sommer ist draussen und in der Stadt nix los. Die Straßen hier in Wien sind beinahe leer.
Auch unser Redaktionshund wuschelt einsam und verlassen auf der Hundezone herum und wartet auf Spielgefährten.
Während ich auf einer Parkbank sitze und mit einer Freundin plaudere..... und plaudere..... und plaudere....
Und bei welchen Thema landen wir wieder einmal? Klar doch - wie immer bei unseren pubertierenden Kindern!
Doch diesesmal bekommt unser Gespräch einen wahrhaft tiefsinnigen "touch": Schuld und Sünde und Beichte.
Wow, was für drei schwerwiegende Begriffe. Meinen wir anfangs, doch dann stellen wir fest, dass alle drei längst an bedrohlicher Dimension verloren haben. Nix ist heut mehr so wie früher zu Großmutters Zeiten. Scheinbar haben uns Psychiater und Psychotherapeuten erfolgreich von Gewissensbissen und Schuldgefühlen befreit. Die moderne Hirnforschung tat dann noch den Rest und hält den Menschen prinzipiell ohnehin nicht für schuldfähig. Also "sündigen" wir heute bestenfalls noch, wenn wir ein Stück Torte essen oder ein Glas über den Durst trinken. Kirchenvertreter und Theologen beklagen bereits das Verschwinden der Sünde und meinen, dass viele Menschen kein Bewusststein mehr für richtig und falsch hätten.
Auch wenn ich die Begriffe "Schuld und Sünde und Beichte" in unserer freiheitlichen Gesellschaft nicht mehr sehr zeitgemäß finde. Der Wunsch nach Zuspruch der Vergebung und nach Erlösung von Schuld und anderen Lasten ist heutzutage größer denn je. Und er drückt so vielen von uns mit Schmerzen aufs Gewissen und auf die Seele.
Dabei sollte es nicht um die Pflege von Schuldgefühlen gehen. Sondern um das Eingestehen von Fehlern.
Wer Kinder hat, kommt nicht umher sich mit dem "Richtig und dem Falsch" und mit "Schuld und Sünde und Beichte" zu beschäftigen.
Das sind wir nicht nur unseren Kindern, sondern auch unserer nächsten Generation schuldig.
Denn: Zerstört ist schnell etwas.
Manches dauert ewig bis es wieder aufgebaut ist.

Mittwoch, 25. Juni 2008

Bambi ist krank

"Es war einmal im tiefen Wald als ein kleiner Hirsch namens Bambi geboren wurde. Schnell verbreitet sich die freudige Nachricht im Wald, und alle Tiere versammelten sich, um den jungen Prinzen zu begrüßen....“
Tränenbäche vergoss meine Tochter als sie den Walt-Disney-Zeichntrickfilm zum ersten Mal anschaute und sah wie Bambi durch die Kugel eines Jägers seine Mutter verlor.....schluchz!
So, drei Generationen hat es gedauert bis auch "Bambi" zu einer Krankheit mutieren musste.
Unter dem "Bambi-Syndrom“ versteht man einen kindlichen, idealisierenden Zugang zur Natur, der diese als verniedlichte Idylle versteht, in der es weder Unrecht noch Grausamkeit gibt und der die Gesetze, Notwendigkeiten und die Brutalität der Natur ausblendet.
Das Syndrom befällt neuerdings immer mehr Kinder. Besonders jene, die täglich mehrere Stunden in digitalen Fantasiewelten - vorm Fernseher oder Computer - und wenig in der frischer Waldluft verbringen.
Laut dem "Jugendreport Natur " hat heutzutage nur jeder dritte Schüler zwischen 12 und 15 Jahren jemals in seinem Leben einen Käfer oder Schmetterling auf der Hand gehabt.
Dadurch hat die Jugend von heute ein diffuses, verklärtes Bild der Natur, sieht den Wald als verletzliches, schutzbedürftiges Symbol schlechthin und hat eine "erlebnisfeindliche Naturmoral", so der "Jugendreport Natur".

Bitte, bevor Sie nun weiterlesen, lassen Sie sich diese Wörterkombination...."erlebnisfeindliche Naturmoral".... langsam auf der Zunge zergehen.

Jeder Zweite geht davon aus, dass im Wald grundsätzlich keine Blumen oder Beeren gepflückt werden dürften. 80 Prozent glauben, es sei verboten, Käfer, Regenwürmer oder Frösche in die Hand zu nehmen, so der Report weiter.
Also ich sage Ihnen was da krank daran ist: Krank ist dass kranke Krankheiten erfunden werden.
Denn irgenwann läuft jedem Menschen einmal ein Käfer übern Weg, steigt er unabsichtlich auf einen Regenwürmer oder sieht einen Frosch herumhüpfen.
Und spätestens dann ist das "Bambi-Syndrom" geheilt.