Sonntag, 23. September 2007

Zeit stehlen ist "in"

Pünktlichkeit ist die Kunst, richtig abzuschätzen, um wieviel sich der Andere verspäten wird. Stammt leider nicht von mir, sondern vom amerikanischen Entertainer Bob Hope. Könnte aber von mir stammen. In der derzeit herrschenden Zeitnot ist es nicht immer einfach pünktlich zu sein. Sie wissen doch - alles muss schnell gehen. Wir rasen durch den 24 Stunden Tag mit einem ernormen Tempo. Wer zu spät dran ist, hat bereits etwas verpasst. Die Zeitgewinner wie der Computer, das Internet, das Handy, die Fernsteuerung, das multifunktionale Küchengerät, der Suppenwürfel, die Klettverschlüße,.. sind im Vormarsch. Und haben dazu geführt, dass wir überall erreichbar, immerzu am Sprung und uns permament in Aktivität und Aufmerksamkeit befinden. Letztens ist mir aufgefallen, dass ich mich bei Terminen bereits kaum mehr langfrisitg festlegen will, um nicht dauernd aufwändig neu zu planen. Ich befinden mich also sozusagen stetig im "stand-by-modus", also im "stets zu Diensten"-Modus. Um meinen Energie- und Zeithaushalt zu schonen? Ja aber was bringt mir das denn alles? Ganz einfach: Noch weniger Zeit. Wo doch alle versprachen, dass die techischen Fortschritte uns das Leben vereinfachen würden. Ein Schmarrn ist passiert. Immer komplizierter wird das Leben. Also eigentlich sollte wirklich nicht nur auf Zigarettenschachteln, sondern auch auf vielen Geräten klar und deutlich stehen: "Dieses Gerät kann Ihnen werrtvolle Lebenszeit stehlen". Wie habe ich letztens in der September-Ausgabe der Zeitschrift "Psychologe heute" treffend dazu gelesen: "Es sieht danach aus, dass unser Leben eine Zeitsparveranstaltung wird. Aber es wäre fatal, wenn wir vergaßen, dass das Leben, wie es auch immer gelebt, wird, eine Veranstaltung mit tödlchem Ausgang ist."

Freitag, 21. September 2007

Sackerl-Beschäftigung

Sackerln bzw. Tüten haben in Wien seit ein paar Monaten eine neue Bedeutung. Genau genommen, seit dem 4. Oktober 2006. Da startete die echt wienerische Aktion "Nimm ein Sackerl für mein Gackerl". Was das ist? Mehr als 30.000 Wiesenstecker wurden von den Wiener StadtgärtnerInnen in ganz Wien aufgestellt . Überall wo man mit Hund hinkommen könnte und in Sachen Entsorgung der Hinterlassenschaften seines Vierbeiners gestärkt werden muss, findet man sie. Also in Parks, Blumenbeeten und Grünstreifen entlang von Straßen. Auf diesen Wiesensteckern befindet sich das Bild eines kleinen, süßen Hundes mit Glupschaugen. Ein Jack-Russell-Terrier, wer es genau wissen möchte. Im Maul hält er eine Tafel, auf der steht eben "Nimm ein Sackerl für mein Gackerl". Ehrlich, als Hundehalterinnen unseres lieben Redaktionsmaskottchen in Gestalt eines Hundes, kurz auch "Wuschel" genannt, finde ich die Idee großartig. Endlich kann ich nichts mehr falsch machen. Muss mich nicht mehr anpöpeln lassen. Ich muss nur ein Sackerl bei mir haben. Und dieses natürlich auch gebrauchen, wann immer "Wuschel" mal muss. Selbst wenn ich nichts ausser dem Schlüssel um den Hals trage - in der Hosentasche steckt ein kleines Sackerl für Notfälle. Alle Jackentaschen sind gefüllt mit Sackerln, auch die meiner Kinder. Der Spruch "Hast ein Sackerl" hat bereits Trendcharakter. Mehr noch: Eine wahre "Sackerl-Manie" hat sich entwickelt. Als Hundebesitzer braucht es keine großartige Kommunikation mehr, um sich als solcher auszuweisen. Der Vorweis und auch nur die kurze Erwähnung des Wortes "Sackerl" genügt schon vollkommen. Und sobald der "Sackerlspender" in der Hundezone neu aufgefüllt wird, scharen sich gleich die Hundehaltermassen rund um den Automaten. Ich konnte heute Gott-sei-Dank gleich zehn Stück in Vorrat ergattern. Ganz schlimm ist es aber, wenn die freundliche Verkäuferin im Supermarkt mich an der Kasse fragt, ob ich "ein Sackerl bräuchte". Da zucke ich immer zusammen.
Und was sagt unser "Wuschel" dazu? Der ist von der Kampagne gegen Hundekot schwer geschockt. Das Sujet mit dem plastifizierten Jack-Russell-Terrier läßt ihm im wahrsten Sinn des Wortes die Haare zu Berge stehen. Seit gestern gibt es nämlich jede Menge neue Hunde, die im Gras hocken und unseren Wuschel immer gleich blöd angaffen. Und jedesmal schreckt es ihn und er knurrt. "Wo kommen die alle bloß her? Warum bewegen die sich nicht?" scheint er sich zu denken. Nun gut. Damit sich "Wuschel" an das Kampagnenmaskottchen gewöhnt, habe ich vor, heute zu dem Betreiber der Aktion im achten Wiener Gemeindabezirk zu gehen und einen Kampagnen-Hund für daheim zu holen. Angerufen habe ich schon. Ich muss ihn nur mehr abholen. Heute bis 15 Uhr hieß es. Also Sie sehen: Sackerln können einem schon ganz schön beschäftigen.

Samstag, 1. September 2007

Seien Sie mit mir GUT DRAUF im September

Jünger wer’ ma’ nimma...
Nein, natürlich nicht. Und dass man älter wird, das lassen einem Kinder kräftig spüren. So meinte letztens meine Tochter etwa: “Mami, alte Leute sagen immer dass früher alles besser war. Du erzählst uns auch dauernd etwas über die guten alten Zeiten. Komisch dass alte Leute das immer machen müssen.“ Ein paar Tage später unterhielten wir uns dann über den kommenden Schulwechsel meiner Tochter in eine höhere technische Lehranstalt. Ich erzählte ihr, dass ihre Tante auch gerne in solch eine Schule gegangen wäre und einen technischen Beruf ergriffen hätte, aber dass das damals für Mädchen nicht möglich war. Dass Frauen überhaupt erst seit 110 Jahren studieren dürfen und dass es einfach noch gar nicht so lange her ist, dass für Frauen viele Jobs nicht zur Auswahl standen. Nein, das konnte meine Tochter dann kaum glauben und sie sagte nur: “Also warum erzählst du uns dann immer von den guten alten Zeiten eigentlich?

Aussteigen bitte!
Wenn Sie von der Straßenbahn oder vom Bus aussteigen wollen, welchen Weg wählen Sie da? Die Ausstiegstüre nehme ich an? Würde ich auch tun. Ein wahrer Notfall müsste mich schon dazu zwingen, mal durchs Dach auszusteigen. Und so sollte es eigentlich auch bei der Ankunft unserer Babys gehandhabt werden. Das Gegenteil ist aber der Fall. Immer öfters wird der Bauch aufgeschnitten, um das Baby im Notausgang abzuholen. “Tatsache ist, dass der Kaiserschnitt in den letzten 10 Jahren verniedlicht wurde.“ so Renate Grossbichler, Präsidentin des Österr. Hebammengremiums. Jedes vierte Kind kommt bei uns mittlerweile per Kaiserschnitt zur Welt. Die Operationsrate hat sich um mehr als 30 Prozent erhört. Doch ohne triftigen medizinischen Grund sollte kein Baby durchs Dach aussteigen müssen. “Der Kaiserschnitt soll dem medizinischen Notfall vorbehalten bleiben,“ so auch die WHO. Ein hervorragender Wegweiser zu dem Thema bietet das Buch “Der Kaiserschnitt hat kein Gesicht,“ erschienen im Verlag Edition Riedenburg. 162 Kaiserschnitt-Mütter und 156 geburtshilfliche ExpertInnen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz sprechen darinnen ihre Meinungen, Gefühle, Erfahrungen, Ängste und Hoffnungen bezüglich Kaiserschnitt offen aus. Infos darüber auf www.kaiserschnitt-buch.de.

Wenn Sie von mir noch mehr lesen wollen – z.B. über Sprücheklopfer, Hotlines zum Heißlaufen, den Ironman oder Hoffnung, Heilung, Leben, den Mief im Klassenzimmer, das Spiel mit Technik, keine Modemuffeln und wie Mütter in den Schulferien als Top-Managerinnen Karriere machen – und noch besser Gut Drauf sein wollen, dann holen Sie sich die neue Ausgabe des Magazins „Das Grüne Haus“ im Zeitschriftenhandel oder auf http://www.gruenehaus.at
Oder Sie schreiben mir an happytalk@gesundheitswelten.com

Bis bald, liebe Grüße
Happy Evelyne