Mittwoch, 25. Juni 2008

Bambi ist krank

"Es war einmal im tiefen Wald als ein kleiner Hirsch namens Bambi geboren wurde. Schnell verbreitet sich die freudige Nachricht im Wald, und alle Tiere versammelten sich, um den jungen Prinzen zu begrüßen....“
Tränenbäche vergoss meine Tochter als sie den Walt-Disney-Zeichntrickfilm zum ersten Mal anschaute und sah wie Bambi durch die Kugel eines Jägers seine Mutter verlor.....schluchz!
So, drei Generationen hat es gedauert bis auch "Bambi" zu einer Krankheit mutieren musste.
Unter dem "Bambi-Syndrom“ versteht man einen kindlichen, idealisierenden Zugang zur Natur, der diese als verniedlichte Idylle versteht, in der es weder Unrecht noch Grausamkeit gibt und der die Gesetze, Notwendigkeiten und die Brutalität der Natur ausblendet.
Das Syndrom befällt neuerdings immer mehr Kinder. Besonders jene, die täglich mehrere Stunden in digitalen Fantasiewelten - vorm Fernseher oder Computer - und wenig in der frischer Waldluft verbringen.
Laut dem "Jugendreport Natur " hat heutzutage nur jeder dritte Schüler zwischen 12 und 15 Jahren jemals in seinem Leben einen Käfer oder Schmetterling auf der Hand gehabt.
Dadurch hat die Jugend von heute ein diffuses, verklärtes Bild der Natur, sieht den Wald als verletzliches, schutzbedürftiges Symbol schlechthin und hat eine "erlebnisfeindliche Naturmoral", so der "Jugendreport Natur".

Bitte, bevor Sie nun weiterlesen, lassen Sie sich diese Wörterkombination...."erlebnisfeindliche Naturmoral".... langsam auf der Zunge zergehen.

Jeder Zweite geht davon aus, dass im Wald grundsätzlich keine Blumen oder Beeren gepflückt werden dürften. 80 Prozent glauben, es sei verboten, Käfer, Regenwürmer oder Frösche in die Hand zu nehmen, so der Report weiter.
Also ich sage Ihnen was da krank daran ist: Krank ist dass kranke Krankheiten erfunden werden.
Denn irgenwann läuft jedem Menschen einmal ein Käfer übern Weg, steigt er unabsichtlich auf einen Regenwürmer oder sieht einen Frosch herumhüpfen.
Und spätestens dann ist das "Bambi-Syndrom" geheilt.

Samstag, 21. Juni 2008

Frauen und ihre Chips

Werbefuzzys haben das Thema schon massenweise verarbeitet: Männer und Frauen sind verschieden, die Evolution hat es so gewollt. So finde ich mich als Cyber-Wesen mit einem Multitasking-Betriebssystem in der heutigen Zeit zurecht. Zwar witzelte mein Sohn letztens "Achtung! Mami steht kurz vor dem Kurzschluß" als ich seine Wunde verarztete, nebenbei mit ihm über seine Hausaufgaben sprach, das Telefon klingelte, der Hund bellte, die Tochter "Jump-Style" zu lauter Musik übte und mir im Kopf der stressige Gedanke an den bevorstehenden Redaktionsschluss hängte. Aber Kurzschluss? Der ist leider nicht drinnen!

Männer sind da tatsächlich anders. Immerhin können sie gleichzeitig schlafen und schnarchen. Auch Nasenbohren und Autofahren. Aber noch rauchen? Da wirds dann schon ein wenig schwierig. Dazu noch einparken, daran will ich gar nicht denken
Ganz hart wird es dieser Tage mit der EM: Fernsehen, mit dem Haustier spielen und der Frau zu antworten? Da hängt nicht nur der Haussegen schief und es kommt zu einem "Kurzen" - wir sprechen gleich von einem Komplettausfall.
Nein ich will nicht unsachlich und ungerecht sein. Klar können Männer all das was Frauen auch können. Bloß sie wollen nicht oder brauchen nicht.
Angeblich hat ihnen die Natur daher auch den corpus collosum - das ist der Nervenstrang, der unsere Gehirnhälften miteinander verbindet - ein wenig dünner produziert. Dadurch können sich im corpus collosum der Frauen bis zu 30% mehr Verbindungen befinden als bei Männern und klappt der Informationsaustausch zwischen den beiden Gehirnhälften besser bei Frauen. 
Angeblich.... und angeblich fand dieser Austausch der weiblichen Computerstränge auf Bandnudelqualität in der Höhlenzeit bereits statt. Zwar gab es damals noch keinen PC, aber dafür wenig zu essen. Und während Männer auf der Jagd waren und sich nicht von ihrer Beute ablenken ließen und sich voll darauf konzentrierten, mussten Frauen in der Nähe ihrer Höhlen bleiben und auf viele Dinge gleichzeitig achten: Auf die Kinder, aufs Feuer, auf andere Frauen in der Umgebung und auf mögliche Angriffe von Tieren.
Also ehrlich, was heißt "angeblich"? Wir Frauen haben einfach oft gar keine andere Wahl als zu perfekten "Multitasking-Junkies" zu reifen.

Mittwoch, 18. Juni 2008

Coacht du mich? Oder ich dich? Oder coachen wir uns gegenseitig....

Jö, nun gibt es auch im Verkehr bereits ein Coaching.
Gerade eben haben es meine Ohren aus dem Radio vernommen, frisch aus dem Äther der Nachrichten.
Also nein, nicht doch das was Sie denken.
Verkehrscoaching findet auf der Straße statt. Und vermittelt dort die Gabe, bewusst Auto zu fahren und nebenbei noch Kraftstoff einzusparen. Eine Gabe, die bei den gestiegenen Kraftstoffpreisen gar nicht schlecht klingt. Blöd nur, dass ein solches Coachsemiar gleich so viel kostet wie ein ganzer Tank.
Aber was solls. Coaching ist eben so in, dass man dies nicht hinterfrage sollte und lieber nachdenken sollte, wo man überall gecoacht werden möchte. Denn nicht nur für Politiker und Unternehmer, Gewerkschaftsbosse und Bankdirektoren ist dies heutzutage wichtig, auch der kleine Mann von nebenan braucht heute schon einen Lebensreisebegleiter in Form eines Coaches.
Der Begriff "Coach“ stammt nämlich aus der englischen Sprache und bedeutet dort Kutsche. Dieser Begriff beschreibt also ein Instrument, das es Menschen ermöglicht, von einem an einen anderen Ort zu gelangen.
Coaching kann daher auch als Entwicklungsinstrument bezeichnet werden.
Vorbei sind also die komplizierten Zeiten, in denen wir noch unsere Familien, Freunde und Kollegen fragen mussten, wenn wir nicht mehr weiter wussten. Auch die Pfarrer oder Friseure, die stets einen guten Rat parat hatten und je nach Glauben und Gusto ihren hilfreichen Senf zu der Sache taten, haben ausgedient.
Heute ist guter Rat teuer, sehr teuer! Und hat daher gleich einen neuen Berufsstand ins Leben gerufen.
Dass die Sache nicht so einfach ist, zeigt sich sichtlich daran, dass es noch immer kein verbindliches Berufsbild mit Qualitätsstandards und Qualitätssicherungssysteme für Trainer und Coaches gibt.
Ich werde geduldig warten, denn es interessiert mich schon sehr, wie meine Authentizität nicht nur trainiert, sondern auch qualitätsmäßig gemessen werden kann.
Hoffentlich braucht es dazu dann keine Peitsche für den Kutscher - hoppala, ich meine Coacher.