Montag, 4. Februar 2008

Schluckerl, Stückerl, Futzerl,...

Eine heisse Diskussion entfachte neulich bei uns im Büro. Wir sprachen über die österreichische Rechtschreibung und Grammatik und starteten bei dem Wort "Glumpat". Oder heisst es gar "Klumpert" oder "Glumpert"? Kurze Zeit später landeten wir bei dem Wort "Krimskrams", also unnützes Zeug oder besser gesagt "Kramuri".
Schwelgten dann aber weiter über "Mischmasch" bis hin wie wir doch alle "meschugge" sind und blieben dann aber endgültig hängen bei den österreichischen Masseinheiten.
Keine leichte Angelegenheit, wahrlich, ich sage es Ihnen und wage gleich zu behaupten, dass es nur wenige Sprachen gibt, die so unverbindliche Maßeinheiten hervorgebracht hat, wie unsere Österreichische.
Kennen Sie beispielsweise die Aufforderung: Noch ein Wengerl? Also z.B. ein Wengerl sitzen, ein Wengerl da zu bleiben, noch ein Wengerl lustig zu sein? Ja? Vielleicht finden Sie daran auch gar nichts Bemerkenswertes mehr. Noch dazu wo sich dieses Wengerl auch ausreichend von "ein Wenig" herrührend erklären lässt.
Aber schwelgen wir doch weiter zum Weg. Also wenn der Weg breit ist, ist er ja auch gleichzeitig lang, oder? Als Beispiel: "Heast, wo woast denn? - Na des woar a brader Weg!"
Und wie ist das wenn jemand bei einem auf einen "Hupfer" vorbeischaut? Hier stört es niemanden, wenn das auch erst in zwei Stunden ist.
Schwieriger wird es mit den Maßeinheiten jedoch, wenn jemand um ein "Euzerl" daneben liegt. Kann man zum Beispiel auch um zwei "Euzerl" daneben liegen? Waren in grauer Vorzeit einmal 10 Euzerl? Und gibt es die eine Euz?
Und wie groß ist ein "Futzerl"? Wann mutiert es zum "Eckerl" und wann zum "Stückerl"?
Und warum ist ein "Flascherl" Wein in Österreich meistens ein Doppelliter?
Puh, an der Stelle haben wir dann die Diskussion aufgegeben und sind hitzig in die Redaktionsküche gelaufen, um ein "Schluckerl" Wasser zu uns zu nehmen. Naja, so genau weiß ich das nun auch nicht mehr. War es nicht vielleicht doch ein "Tröpferl" oder ein "Tropfen" Wasser? Oder sprechen wir nun von einem ganzen "Glaserl"?

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Hier nur eine kleine Hilfestellung an die Redaktion :-)

"Das Diminutiv (auch Deminutiv, Diminutivum von lat.: deminuere „verringern, vermindern“) ist, im Gegensatz zum Augmentativ, die Verkleinerungsform eines Substantivs und dient besonders dessen Verniedlichung, aber auch als Koseform, zur Bildung von Kosenamen oder zur Kontrastbildung („Das ist kein Haus, das ist ein Häuschen!“). [...]

Das Diminutiv wird verwendet

* für kleine bzw. junge Menschen
* zur Kennzeichnung kleiner Gegenstände innerhalb einer Klasse von Gegenständen.
* zur Kennzeichnung kleiner bzw. junger Tiere oder Pflanzen.
* als Koseform
* als Verniedlichungsform
* als Wertung (das Ansehen einer Person oder der Wert eines Gegenstandes werden verkleinert und dadurch gemindert) [...]

Diminutive haben häufig eine verniedlichende Funktion, was auch sehr gut satirisch genutzt werden kann."

Vgl.:www.wikipedia.de