Immer wieder und in den verschiedensten Situationen können wir Eltern uns doch die Frage stellen, ob "das Glas halbleer" oder "halbvoll" ist.
So auch in Sachen Scheidungsfolgen für Kinder.
Hier würde ich die Frage im Sinne unserer Kinder umformulieren in „gezeichnet fürs Leben“ oder „gewappnet für Stürme“?
Da ich mit meinen Kindern selbst eine Trennung erlebt habe und über mögliche negativen Folgen einer Scheidung bzw. einer Trennung mehr gehört habe, als mir lieb war, möchte ich mich auch einmal über die positiven Aspekten bzw. Lernprozesse, die eine Scheidung bei Kindern auslösen kann, äußern.
Positive Scheidungsreaktionen - das mag vielleicht wie ein Widerspruch in sich klingen und daher findet man über diese Wortkombination nur wenig in der Literatur.
Aus eigener Erfahrung kann ich jedoch sagen, dass die vorherrschende Auffassung, ein Paar möge wegen der Kinder zusammenbleibt, wie unglücklich sie auch sein mögen, einen ungünstige Hintergrund für die Entwicklung eines Kindes darstellt.
Was von vielen Scheidungsgegenern nicht beachtet wird, ist, dass Kinder weniger durch eine Trennung der Eltern verunsichert oder belastet werden, sondern eher durch die konfliktreiche Zeit davor.
Sodass sich eine Trennung durchaus positiv auf den Entwicklungsprozess des Kindes auswirken kann.
Kinder zeigen oft schon lange vor der Trennung ein auffälliges Verhalten, nur dass dieses den Eltern oft nicht bewusst ist.
In der Nachscheidungsphase stellen Betroffene erst dann bei den Kindern fest, dass es Auffälligkeiten gibt und beziehen diese auf die Scheidung.
Eine Scheidung stellt dann nur mehr den Schlußstrich unter einer belastenden Familiensituation dar und den Beginn einer Neuorganisation.
Untersuchungen zeigten, dass Kinder aus vollständigen, aber sehr konfliktbehafteten Familien gleiche Probleme wie Scheidungskinder haben.
Wohl aber haben hier die Kinder aus Scheidungsfamilien den Vorteil, dass durch die Trennung das Konfliktpotenzial verringert wird.
Daher - jede Wiederherstellung der Geborgenheit und Kontinuität führt bei Kindern dazu „gewappnet für Stürme“ zu sein, unabhängig wieviele Elternteile vorhanden sind.
Kinder brauchen Eltern, auf die sie sich verlassen können und das kann auch ein ruhiges Zuhause mit nur einem Elternteil bieten.
Donnerstag, 2. Oktober 2008
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