Freitag, 13. Juli 2007

Gut drauf im Juli

ENDLICH IST ES SOWEIT
Der Jahresurlaub steht vor der Tür! Für Sie auch? Und meistens bedeutet dies vor allem eins: Ab in die Sonne! Ich drücke mich normalerweise lieber vor der Sonne. Und trotzdem und vielleicht gerade deshalb habe ich es geschafft, bei der Gartenarbeit einen mörderischen Sonnenbrand am Rücken zu bekommen. Während ich hier in den Computer tippe, schält sich unaufhaltsam die Haut unter der Rücklehne ab. Es brennt, juckt und schmerzt. Ach hätte ich bloß….Nein, ich habe nicht. Ich habe zwar in der letzten Ausgabe von „Das Grüne Haus“ selber ganz toll darüber geschrieben, wie man sich einschmieren soll, aber ich selber habe mich nicht darum gekümmert. Einfach vergessen darauf habe ich. Ich reihe das unter Verbrennung ersten Grades aufgrund von Verblödung zweiten Grades. Weil erstens kümmere ich mich wie ein Haftelmacher bei meinen Kindern, dass sie ihre Haut eincremen und ich selber mache das bei mir nicht. Und zweitens habe ich es nicht einmal gemerkt und auch nachher die Haut mit nichts behandelt. Viel zu spät habe ich mir ein kühlendes und feuchtigkeitsspendendes Aloe Vera Gel dann auf die verbrannte Haut gegeben. Tja, wie heißt es so schön: Aus Schaden wird man klug.

SCHILDKRÖTENGEHEIMNISSE
Hektik und Zeitmangel sind bereits so feste Bestandteile unserer Gesellschaft, dass es vollkommen normal ist, ständig irgendetwas zu tun zu haben. Und aus Angst etwas zu verpassen, ist man immer am Sprung und schafft dennoch nicht alles. Mir geht es zumindest so. Ihnen auch? Multitasking nennt man es dann, mehrere Dinge gleichzeitig tun zu können. Wer diese Eigenschaft besitzt, gilt heutzutage als effizient und ökonomisch. Toll, dass da nur bei so wenigen von uns mal die Speicherplatte durchbrennt und das System abstürzt im Sinne eines Burn-Out-Syndroms. Ach ja, so manches mal wünschte ich mir schon, ich könnte mal mit unserer Schildkröte tauschen. Sich selbst in richtigen Zeitpunkt zurückziehen, sich sammeln und innerlich zur Ruhe kommen. Einfach einmummeln, einen Gang runter schalten und trotzdem beharrlich seine Ziele erreichen. Nicht umsonst ist die Schildkröte in der Yoga-Philosophie das Symbol für die Verbindung mit der innersten Kraft und dem höchsten Bewusstsein. Also von Schildkröten kann man zweifellos so Einiges lernen. Was alles, das vermitteln Aljoscha Schwarz und Ronald Schweppe in ihrem neuen Buch “Die 7 Geheimnisse der Schildkröte“. Mit unterhaltsamen Geschichten von einer Schildkröte werden 7 Kernsätze zur inneren Gelassenheit spannend und unterhaltsam aufbereitet. Mithilfe von Übungen lassen sich die Lektionen sogar im Alltag leicht umsetzen. Und man lernt so, Langsamkeit als eine der größten Stärken zu erkennen, Geborgenheit in sich selbst zu finden und sich auf eine Sache zu konzentrieren. Das Einzige, was Sie dabei leider nicht lernen, ist, wie Ihnen der Panzer wächst. Erschienen im Lotos-Verlag. ISBN 3-7787-8196-8.

SCHLAPFEN MIT BISS
Eigentlich hätte ich mir schwören können, dass ich das Plastikklumper nie anziehen würde. Aber es kam natürlich ganz anders. Jetzt habe ich welche, noch dazu in rosa und bin total begeistert: Von meinen Crocs! Ursprünglich als Wassersportschuhe konzipiert, erobern sie seit einiger Zeit nach und nach die Herzen von Fashion Victims, Promis und Gesundheitsfanatikern gleichermaßen. Hollywoodstars wie Al Pacino, Jack Nicholson, "Desperate Housewife" Teri Hatcher, Drew Barrymore oder Fashion Ikone Nicole Kidman gelten als Crocs Fans der ersten Stunde. Bei mir hat es erst 5 Jahre später gefunkt. Dachte ich bisher doch, dass dieser Kunststoffschuh einfach nur trendy ist und als letzter Schrei meinen Füßen sicherlich nicht gut bekommt. Da dachte ich aber falsch. Die Schuhe sind nicht nur superleicht und einfach zu pflegen, sondern obendrein auch weich, bequem, rutschfest, sorgen für ein angenehmes Fußklima. Sind dazu resistent gegen Bakterien und Fußgeruch und stimulieren auch noch die Blutzirkulation. Und der orthopädische Absatz und die eingebaute Unterstützung für das Fußgewölbe und -wurzel positionieren den Fuß genau richtig für einen ultimativen und gesunden Tragekomfort. Mit ein Grund, warum auch Orthopäden mittlerweile auf Schuhwerk von Crocs schwören. Ideal für alle, die jeden Tag lange auf den Beinen stehen und deshalb einen komfortablen und leichten Schuh brauchen. Der Börsenwert des Unternehmens ist übrigens alles andere als leicht. Mit rund 1 Mrd. US-Dollar gilt er als höchster Wert, den je ein Schuhhersteller verzeichnen konnte. Weitere Informationen: www.the-original.at und www.jibbitz.com

TRI-TRA-TRALLALA.....
Sie pfeifen auf Reclamheftchen Spielpläne? Und Pseudo-Politstatements von Hütern des konventionell-akademischen Theaterbetriebes? Sie nehmen postdramatische Diskurse eher als Tranquilizer denn als sinnlich-orgiastisches Erlebnis wahr? Wenn Sie dazu noch dem standardisierten Mainstream-Amüsiertheaterangebot widerstehen wollen, dann sind Sie reif für den Rabenhof. Mehr als 50.000 Zuseher fanden in der vergangenen Saison ihren Weg in dieses kleine Wiener Gemeindebautheater. Besonders erwähnenswert hierbei das Programm: “Beim Gusenbauer!“ Als kleiner Vorgeschmack darf ich Ihnen die Ankündigung des neuen Programms zitieren: “Nach einer sensationellen kabarettistischen “Regierungszeit” im Frühjahr 07 mit 31 ausverkauften Vorstellungen in der Rabenhof Republik wird der “Kanzler der Herzen“ ab 28. September 2007 die Sommerpause beenden und seine Amtsgeschäfte in aktualisierter Form und mit erhöhter Frauenquote (Andrea Kdolsky und Eva Glawischnig) mit dem Programm “Jetzt erst recht!“ wieder aufnehmen.“ Klingt doch vielversprechend, oder? Und ein Plus-Zuckerl soll es angeblich auch noch geben: Gusis Künstlerüberraschungsfreund aus den USA! Den Original Wiener Praterkasperl mochte ich ja bereits als Kind sehr. Umso netter finde ich es nun, dass es ihn in ausgewachsener Form weiter gibt. Und ehrlich, wenn wir schon sonst derzeit mit unserer neuen Regierung nicht viel zu lachen haben, in diesem Kabarett lachen Sie garantiert Tränen. http://www.rabenhof.at/ und http://www.maschek.org/

VON WEGEN LUSTIG
Alle reden über Komatrinken, Kampftrinken und Alkoholmißbrauch unter Jugendlichen. Dass der Alkoholkonsum bisher bagatellisiert wurde und dadurch sei Alkohol für Jugendlichen auch viel leichter verfügbar als früher. Schlimm genug, dass es so ist. Aber noch schlimmer finde ich, dass der häufige Trinkgrund “Alkohol macht lustig“ ein Märchen ist, welches sich trotz der vielen öffentlichen Diskussionen weiter aufrecht hält. Denn Alkohol macht uns sogar alles andere als lustig. Im Gegenteil, er macht uns ganz schön humorlos. Trinker verlieren nämlich offenbar die Fähigkeit, Witze zu verstehen. Das berichteten die Neurowissenschaftlerin Jennifer Uekermann von der Universität Bochum kürzlich aufgrund eines Tests mit 29 gesunden und gleich vielen alkoholkranken Personen. Sie präsentierte den Testpersonen einen Witz mit vier möglichen Pointen, von denen nur eine sinnvoll und lustig war. Die Alkoholiker wählten deutlich öfter eine falsche Pointe als die gesunden Testteilnehmer. Auch bei weiteren Fragen zum Humorverständnis schnitten sie schlechter ab. Also von wegen lustig! (Quelle: "Diabetiker Ratgeber" 5/2007)

"ICH HAB'S IM KREUZ"
Ein scheinbar harmloser Aufprall. Ein schneller Peitschenschlag. Und schon ist die Halswirbelsäule lädiert. So schnell ging das kürzlich bei meiner Schwester. Es folgten endlose Schmerzen, elendslange Arztbesuche, etliche Physotherapiestunden und Massagen und ein sechswöchiger Totalarbeitsausfall. Um ihr in dieser Zeit ein wenig helfen zu können, erkundigte ich mich und tauchte ein, in die Welt rund um unser hochkomplexes Meisterwerk, das so manche technische Konstruktion in den Schatten stellt: Den Rücken bzw. die Wirbelsäule. Und siehe da, ein Mysterium offenbarte sich mir. Egal wohin ich kam, immer hieß es “Ja, Rückenschmerzen habe ich auch.“ Und das über alle Altersgruppen hinweg. Sichtlich reicht nur ein fuzzikleines Element an der Wirbelsäule, welches nicht reibungslos funktioniert, und schon kommt das gesamte System ins Trudeln und wehrt sich mit schmerzhaften Signalen. Eine Umfrage zeigte, dass der Satz "Ich hab's im Kreuz", mit Abstand die häufigste Klage in den Arztpraxen fällt. Denn sage und schreibe 45 Prozent der in dieser Umfrage interviewten 4.000 Menschen litten zum Zeitpunkt der Befragung an Rückenschmerzen. Ängstigen tut sich aber kaum jemand davor. Stattdessen fürchten sich 73 Prozent vor einem Herzinfarkt 59 Prozent. Und nur weniger als die Hälfte der Befragten - nämlich 40 Prozent - haben Angst vor Rückenschmerzen.
(Quelle: Allianz Private Krankenversicherungs-AG)

KÜHLPACKUNG FÜR DAS GEHIRN
Gähnen Sie derzeit auch so viel? Die Hitze macht echt müde. Wissen Sie warum wir eigentlich gähnen? Ich dachte immer, ein Sauerstoffmangel im Blut würde das Gähnen hervorrufen. Diese These wurde aber widerlegt. Gähnen dient vielmehr der Aufmerksamkeitssteigerung. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler der State University of New York at Albany. Sie meinen, dass das Gähnen eine Wärmeaustausch-Funktion besitzen würde. Das soll so funktionieren: Durch das Einatmen von kühler Luft beim Gähnen werde der Temperaturhaushalt im Gehirn reguliert und somit die Bedingungen für optimale Leistungsfähigkeit geschaffen. "Gähnen ist nicht wie man meinen könnte ein Zeichen von Gelangweilt-Sein oder Schlafen-Wollen. Wir gehen davon aus, dass durch die temperaturregulierende Funktion des Gähnvorgangs die Aufmerksamkeitsfähigkeit sogar gesteigert wird", so die Studieninitiatoren Andrew und Gordon Gallup. Also wenn Sie fit bleiben wollen, legen Sie sich einfach ein Kühlpäckchen an die Stirn. So brauchen Sie sich von Gähnern nicht mehr anstecken lassen müssen und können ihr "normales" Gähnverhalten einfrieren. (Quelle: www.epjournal.net)

“GIB IHNEN WURZELN, WENN SIE KLEIN SIND
UND GIB IHNEN FLÜGELN WENN SIE GROß WERDEN“
Dieses Sprichwort über Kinder fand ich total schön. Ich las es neulich in einer Zeitschrift, welche im Bogi Poark herumlag. Ein Riesengroßer Indoor-Spielplatz am Rande von Wien. Lauter kleine Knirpse liefen vor meinen Füssen herum, hintennach robbten deren Eltern. Und meine großen Kids waren irgendwo verschwunden. Gerade in dem Moment, in dem ich mir dachte, wie wenig sie mich doch heute schon brauchen, schoss es mir durch den Kopf, wie sehr sie mich doch derzeit eigentlich auch noch brauchen. Als sie noch kleine Kinder waren, benötigten sie klare Anweisungen und Grenzen, um Halt und eben Wurzeln zu finden. Heute als Jugendliche wollen sie davon nichts mehr wissen. Sie werden flügge, aber noch brauchen sei die größeren Flügeln - und statt feste Regeln jede Menge überzeugende Argumente. Das macht es für mich spannender, aber nicht weniger anstrengender. Denn in Debatten schlagen mich meine Kinder nun mit meinen eigenen Worten. Doch es geht dabei dann gar nicht um “Kopfschach“, wie ich manche unserer Aussprachen so gerne betitle. Die Psychotherapeutin und Erziehungsberaterin Ursula Neumann hat dazu einmal nett formuliert: “Erziehung geht nicht zwischen zwei Köpfen vor sich, sondern zwischen den Herzen von Eltern und Kindern. Genau darum geht´s!